Brand: Der Spaß am Singen ist beim Chor Cantiamo spürbar

Brand : Der Spaß am Singen ist beim Chor Cantiamo spürbar

Seit vier Jahren bereichert der Chor Cantiamo die vielfältige Aachener Chorlandschaft — und mittlerweile hat sich der Kammerchor unter der Leitung von Johannes Konrads zu einer echten Konkurrenz für die führenden Kammerchöre der Stadt gemausert. Das bewies er am Sonntagabend erneut beim Sommerkonzert in der Aula der Gesamtschule Brand.

Das anspruchsvolle „Esti dal“ vom ungarischen Komponist Zoltán Kodály, das bekanntere „Våren“ von Edvard Grieg, das an Renaissance-Madrigale angelehnte „Light of my Soul“ von Robert Lucas Pearsall, aber auch „Die Gedanken sind frei“ in der Vertonung von Hoffmann von Fallersleben in einem leicht jazzigen Arrangement von Oliver Gies — wie gewohnt sang sich Cantiamo technisch versiert und perfekt intoniert durch die verschiedenen Musikepochen und Genres, ohne dabei jemals spürbar an die eigene Leistungsgrenze zu geraten.

Wie leise ein Pianissimo tatsächlich sein kann, zeigten die Sängerinnen und Sänger zum Beispiel bei Eric Whitacres „Sleep“. Im zweiten Teil ging es dann mit einem Disney-Medley und einem Arrangement von Lutz Ewel von Stings „Fields of Gold“ für Männer-Quintett („5er-Ticket“), Chor und Sopran-Saxophon (Harald Königs) noch packender zu.

Bremsklotz war in dieser Hinsicht die trockene Akustik der Schulaula. Die 23-köpfige Besetzung hatte Mühe, den weitläufigen Raum mit Klang zu füllen. Gerade der erste Teil, bei dem überwiegend ruhige und melancholische Lieder auf dem Programm standen, gelang nicht so mitreißend, wie es in einem besser tragenden Raum womöglich gelungen wäre. Selbst die Beatbox von Lutz Ewel bei „Night and Day“ von Cole Porter klang verhalten.

Trotzdem schaffte es Cantiamo am Schluss des Programms, die Zuschauer von den Stühlen zu reißen: „Talijanska Salata“ von Richard Genée, vorgetragen in einer humoristischen Weise, wird anscheinend das Markenzeichen von Cantiamo, können die Sänger dort doch alles vortragen, was den Chor ausmacht: Transparenz, schöner Gesamtklang, ausgeprägte Dynamik, Solo-Qualitäten einiger Mitglieder und vor allem spürbaren Spaß am Singen.

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