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Bilanz nach zweieinhalb Jahren: Der Radentscheid hat noch großen Nachholbedarf

Bilanz nach zweieinhalb Jahren : Der Radentscheid hat noch großen Nachholbedarf

Noch immer konnte keines der Radentscheid-Ziele im geforderten Umfang umgesetzt. Initiatoren und Verkehrsplaner sind dennoch zuversichtlich, dass die Radinfrastruktur in Aachen schon bald besser und sicherer wird.

Zweieinhalb Jahre nach Annahme des Radentscheids lässt der Umsetzungsstand weiterhin zu wünschen übrig. Von den insgesamt sieben angestrebten Zielen für eine sichere Radinfrastruktur in Aachen ist nach wie vor kein einziges in vollem Umfang erreicht worden.

So existiert immer noch kein Plan für ein durchgängiges und engmaschiges Radroutennetz. Auch ist bislang keine große Kreuzung radfahrerfreundlich umgestaltet worden – jährlich sollen eigentlich drei große Kreuzungen durch neue Radführungen, Schutzinseln und verbesserte Ampelschaltungen sicherer werden.

Der Bau sogenannter Protected Bike Lanes verläuft ebenfalls schleppend. Statt fünf Kilometer jährlich, wurden bislang gerade mal zwei Abschnitte an der Ludwigsallee und am Amsterdamer Ring mit einer Gesamtlänge von etwa einem Kilometer fertiggestellt. Neue geschützte und überdachte Parkräume für Fahrräder fehlen ebenfalls. Das neue Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof ist noch im Bau, drei kleinere Parkhäuser sollen im Laufe des Jahres bereitgestellt werden.

Überhaupt ist die Stadt bestrebt, das Gesamtpaket nun deutlich zügiger umzusetzen, wie Isabel Strehle als oberste städtische Verkehrsplanerin und Daniela Rüdel, Koordinatorin des Radentscheids, versichern. Knapp ein Dutzend neue Mitarbeiter wurden dafür eigens eingestellt.

Anerkennung findet das inzwischen auch bei den Initiatoren des Radentscheids, die der Verwaltung vor einem halben Jahr noch Zögerlichkeit und Mutlosigkeit vorgeworfen haben. Jetzt heißt es, dass die Zusammenarbeit in kaum einer anderen Stadt so gut und vertrauensvoll sei wie in Aachen. Die Kritik richtet sich nunmehr eher gegen Politiker, denen vorgeworfen wird, vor Protesten von betroffenen Anwohnern oder der Autofahrer-Lobby zu schnell einzuknicken.

(gei)