Aachen: Der große Kaiser steht als Model im Atelier

Aachen: Der große Kaiser steht als Model im Atelier

„Unser Karl“ steht schon — 200 Kilogramm schwer und noch von einer Folie bedeckt, um den Ton feucht zu halten, aus dem er aufgebaut ist. Jutta Bacher, Marketingleiterin der Stadt Aachen, und Werner Schlösser, Geschäftsführer des Aachen Tourist Service besuchten den Künstler Ottmar Hörl in Wertheim bei Würzburg, um das Modell für Karl den Großen zu besichtigen.

„Es wird ein würdevoller Karl werden“, versichern Bacher und Schlösser nach dem interessanten Gespräch mit Hörl. Anlass war, dass unter dem Titel „Mein Karl“ im nächsten April 500 Figuren auf dem Katschhof stehen und ein ganz besonderes Aachen-Bild erzeugen sollen. Ende des Monats soll der Künstler nach Aachen kommen und den Karl anhand eines Gipsmodells vorstellen.

Bei ihrem Besuch ließen sich die Aachener unter anderem erklären, wie der Produktionsvorgang funktioniert. Von der Tonfigur wird erst eine Gipsschale erstellt, aus dieser wiederum ein Wachsmodell, das im nächsten Schritt zwei Monate lang in einem Kupfer-Galvano-Bad liegen muss, bis die Gussform fertig ist. Die Figur wird dann im Schleuderverfahren gegossen und nahtlos aus der Form gelöst.

Ein aufwändiges Verfahren, das auch nur realisiert wird, wenn bis Ende Dezember alle Figuren Paten gefunden haben, die sich mit 375 Euro pro Figur beteiligen und ihren Karl für die Zeit der Ausstellung zur Verfügung stellen.

Und der Künstler? Ihm ist vor allem daran gelegen, möglichst vielen Menschen Kunst nahezubringen. „Nur drei Prozent der Menschen gehen in Museen und Galerien“, so Ottmar Hörl. „Kunst im öffentlichen Raum bedeutet, viel mehr Menschen zu erreichen. Deshalb sind die Figuren auch nur ein Meter hoch. Jeder kann sie unter den Arm klemmen und mitnehmen.“

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