Aachen: Der Fokus liegt beim JSC Blau-Weiß Aachen auf der Jugendarbeit

Aachen : Der Fokus liegt beim JSC Blau-Weiß Aachen auf der Jugendarbeit

Wenn am 3. und 4. Februar die Hallenfußball-Stadtmeisterschaft um den Pokal der Sparkasse Aachen in der Neuköllner Straße abgehalten wird, haben Mitglieder vom gastgebenden Verein JSC Blau-Weiß Aachen im Vorfeld eine Menge Arbeit geleistet.

Stellvertretend für viele im Verein erklären Geschäftsführer Ralf Schings und Schatzmeister Joachim Müller die Basis ihrer Arbeit und wie aus einem darbenden C-Ligisten ein angesehener und etablierter Verein wurde. Schließlich gab es Zeiten, in denen am Spieltag nicht klar war, ob eine komplette Mannschaft am Spielbetrieb teilnehmen würde. Dann ergab sich eine zukunftsweisende Option im Aachener Süden: Der ebenfalls personell schwächelnde Jugendsportclub Aachen (JSC) und Blau-Weiß fusionierten zum heutigen JSC Blau-Weiß Aachen.

Es wird um jeden Ball gekämpft: Ab 3. Februar geht es in der Halle Neuköllner Straße rund. Foto: Kurt Bauer

Verbunden mit diesem Zusammenschluss war die Errichtung eines Kunstrasenplatzes, so dass ein echtes Kleinod mit Cafeteria entstehen konnte. Bereits seit einigen Jahren hatten sich die Verantwortlichen für einen Weg in die Zukunft entschieden, und der hieß Jugendarbeit. „Das Ziel ist es, in jedem Jahr zwei bis drei Spieler aus den eigenen Reihen in die Seniorenmannschaften zu integrieren, anders können wir nicht überleben“, so Schings. Um dieses Vorhaben zu untermauern, baute man auf die verbesserte Ausbildung der Übungsleiter. Dies alleine sorgte bereits für eine hohe Zahl an jugendlichen Aktiven, seit der Errichtung des neuen Spielfeldes stößt man aber am Branderhofer Weg langsam an die Grenzen des Machbaren. „Die Kapazitäten sind bald erschöpft.

Wir trainieren teilweise schon mit vier Jugendmannschaften gleichzeitig auf dem Platz“, erklärt Müller die Situation. Als Unterstützung sicherte man sich bei Blau-Weiß neuerdings die Dienste von Alex Medina und Michael Lehnen. Sie koordinieren die sportlichen Abläufe im Verein, sichten Trainer und Spieler und arbeiten an der Qualitätssteigerung aller Beteiligten. Und an der Anzahl der Trainer, denn mit steigender Mitgliederzahl werden auch immer mehr Übungsleiter benötigt. „Da können wir noch Unterstützung brauchen“, wissen Müller und Schings um das Notwendige. Allen im Verein ist aber vor allem der soziale Aspekt wichtig. Es geht um Miteinander, um Integration, um Wertevermittlung.

So wie Hubert Beckers es vorlebt, der ursprünglich Blau-Weißer war, dann Vorsitzender beim JSC wurde und nach der Fusion wieder im Gillesbachtal anheuerte. „Menschen wie der Hubert sind für einen Verein unersetzbar, der Hubert lebt den Verein jede Minute“, möchten alle die Arbeit von Beckers honoriert sehen. Andererseits möchten sie bei Blau-Weiß sowohl die leistungsorientierten als auch die „Freizeitfußballer“ zufrieden stellen, also klare Linien für alle Beteiligten. „Dann müssen die beiden besten Freunde eben auch mal in verschiedenen Mannschaften spielen“, schildert Medina die Konsequenzen.

Auch das ist ein Lernprozess, deutliche Ansagen sind erforderlich. In D, C und A-Jugend spielen mittlerweile je drei Mannschaften in der Sonderliga, die Arbeit trägt also Früchte, und in den letzten beiden Jahren konnten acht bis neun Spieler aus der Jugend in die Senioren übernommen werden. Zwei Jugendspieler wechselten zu Bundesligamannschaften, einer zur Alemannia. Der Verein selber arbeitet mit den Jugendlichen im Verein, aktives Abwerben bei anderen Vereinen findet nicht statt.

Die Spielfreude steht ganz oben auf der Wunschliste der Verantwortlichen, es soll kein Druck entstehen. Andererseits versteht man sich auch nicht als Abgabestelle zur Kinderbetreuung, der Anspruch auf Seriosität wird auch bei den Eltern eingefordert. Mitarbeit ist durchaus erbeten. Wie das klappt, davon kann man sich dann am 3. und 4. Februar selber überzeugen — bei der Stadtmeisterschaft.

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