Aachen: Der erste Elektrobus geht in den Alltagstest

Aachen : Der erste Elektrobus geht in den Alltagstest

Er ist 17,94 Meter lang, 2,55 Meter breit und 3,34 Meter hoch — vor allem aber ist er besonders umweltfreundlich unterwegs: Der erste rein elektrisch angetriebene Bus der Asaeg konnte am Montag seine erste offizielle Fahrt auf Aachens Straßen aufnehmen.

Im April 2014 hatte die Aseag im Rahmen eines Pilotprojektes den Umbau eines Hybrid-Gelenkbusses zum Elektrobus in Angriff genommen. Gemeinsam mit der Firma Futavis wurde ein Batteriepaket mit einer Kapazität von circa 180 Kilowattstunden entwickelt und verbaut. Mehr als 1000 Batteriezellen, in modularer Bauweise verteilt auf Vorder- und Hinterachse, verleihen dem Elektromobil die entsprechende Antriebskraft. Mit vier Radnabenmotoren und einer Reichweite von 50 Kilometern verfügt das Fahrzeug über 37 Sitz- und 95 Stehplätze. Zudem steht eine Sondernutzfläche zur Verfügung.

Um den betrieblichen Einsatz des Busses schnellstmöglich sicherstellen zu können, war die Dekra von Beginn an in das Umbauprojekt eingebunden. Ab sofort wird das Fahrzeug auf der Linie 43 zum Einsatz kommen, da diese am Aseag-Gelände vorbeiführt und ein Nachladen dort möglich ist. In Kürze soll auch die Linie 73 mit dem Elektrobus befahren werden.

„Für die Realisierung eines solchen Projektes bietet die Forschungsstadt Aachen exzellente Rahmenbedingungen“, betonte Aseag-Vorstand Michael Carmincke anlässlich der offiziellen Inbetriebnahme des Elektrobusses. „Antriebsformen der Zukunft spielen für uns eine wichtige Rolle, denn letztlich ist es auch unsere Aufgabe, einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz und zur sauberen Luft in Aachen und der Region zu leisten.“ Unterstützt wurde das Projekt auch auf Verbundsebene: Der Aachener Verkehrsverbund (AVV) förderte die Kosten für die Hardware mit 700 000 Euro und somit zu 75 Prozent.

Oberbürgermeister Marcel Philipp begrüßte die Maßnahme. „Planungen zu einem solchen Projekt gibt es bereits in vielen Städten. In Aachen wurde es jetzt auf die Straße gebracht. Damit ist Aachen und damit auch die Aseag ganz weit vorne.“ Die Aktivitäten zum verstärkten Einsatz alternativen Antriebstechnologien seien vor dem Hintergrund der aktuellen Diskussion zum Luftreinhalteplan ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu einem sauberen Klima in Aachen, so der OB.

Um den zukünftigen Einsatz des neuen Elektrobusses zu planen, werden jetzt auf der Linie 43 der Energiebedarf und die Geräuschemissionen gemessen. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen anschließend in ein Konzept für die Ladeinfrastruktur einfließen. Zudem wird eine Fahrgastbefragung durchgeführt, um festzustellen, wie gut der elektrisch betriebene Bus bei den Kunden ankommt.