Aachen: Der Ehrenbürger Barthold Suermondt soll bekannter werden

Aachen : Der Ehrenbürger Barthold Suermondt soll bekannter werden

Ehrenbürger einer Stadt zu sein, macht jemanden offenbar nicht automatisch zu einer Berühmtheit. So ist es auch mit Barthold Suermondt. Zwar dürfte den meisten Aachenern dieser Name ein Begriff sein, aber die Person dahinter blieb dennoch weitgehend unbekannt.

Reichlich spät — nämlich anlässlich seines 200. Geburtsjahres — soll sich das nun ändern. Mit einer beachtlichen Kraftanstrengung hat das Suermondt-Ludwig-Museum eine umfangreiche Ausstellung des Aachener Kunstsammlers zusammengeführt, die ab Donnerstag eben dort zu sehen ist.

Es waren zwei glückliche Umstände, die den 1818 geborenen Suermondt später zu einem der bedeutendsten Sammler seiner Zeit machen sollten.

Sinn für hochwertige Kunst

Als Großindustrieller und Bankier hatte er erstens viel Geld und war zweitens mit einem außerordentlichen Sinn für hochwertige Kunst ausgestattet. Besonders die niederländischen Maler hatten es ihm schwer angetan. Zum Höhepunkt seiner Sammlertätigkeit 1874 gehörten rund 300 Gemälde und mehr als 400 Zeichnungen zu seiner Kollektion.

Wegen der anschließenden Wirtschaftskrise im frisch gegründeten Deutschen Reich musste er jedoch viele Werke nach Berlin verkaufen, wo sie noch heute sind. Für die Ausstellung im Suermondt-Ludwig-Museum sind nun einige davon zeitweise in die Kaiserstadt zurückgekehrt.

„Nicht weniger als 30 Gemälde haben den Weg nach Aachen gefunden“, so der Museumsdirektor und Kurator Peter van den Brink.

Zusammen mit der Kuratorin Wibke Birth hat er insgesamt 60 Gemälde und 22 Zeichnungen zu einem sehenswerten Einblick in eine der wichtigsten Sammlungen Europas im 19. Jahrhundert zusammengestellt. „Es war nicht einfach, daraus eine wirklich gute Ausstellung zu machen, weil eine solche Chance so schnell nicht wiederkommt“, sagte er bei der Eröffnung am Mittwochabend.

Zu dieser ist auch die nordrhein-westfälische Kulturministerin Isabel Pfeiffer-Poensgen angereist. In ihrer Rede betonte sie noch einmal die Bedeutung der Sammlerpersönlichkeit Suermondts und auch des Ehepaars Ludwig, welche „ein Glücksfall für Aachen“ gewesen seien.

Bis 17. Juni

Unter dem Titel „Gestatten, Suermondt! Sammler, Kenner, Kunstmäzen“ sind nun bis zum 17. Juni hochkarätige Werke unter anderen von Holbein, van Ruisdael, Cranach und Boeckhorst zu sehen.

Eine Ausstellung, die Aachen gut zu Gesicht stehe, wie Oberbürgermeister Marcel Philipp sagte. In seiner Ansprache beschrieb der OB Barthold Suermondt als einen Sammler, der schon früh ein umfassendes Kunstverständnis an den Tag gelegt hatte und dessen Schaffen man auch zum Anlass für kulturpolitische Diskussionen im Aachen der heutigen Zeit nehmen könne.

Und vielleicht, so meinte Marcel Philipp, könne diese Ausstellung auch ein wenig dazu beitragen, den „unbekannten Ehrenbürger“ Barthold Suermondt in der Stadt etwas bekannter zu machen.

Öffnungszeiten

Die Ausstellung läuft vom 8. März bis zum 17. Juni. Geöffnet ist sie von dienstags bis sonntags, jeweils von 10 bis 17 Uhr (auch am Ostersonntag).

Der Eintritt kostet für Erwachsene acht Euro; ermäßigt vier Euro; bei Gruppen ab acht Personen kostet es vier Euro pro Person.