Aachen: Der Bushof ist ein „Unort“

Aachen: Der Bushof ist ein „Unort“

Wie soll die Stadt in Zukunft aussehen? Wo ist die Lebensqualität gut, wo besteht Handlungsbedarf? Das sind Fragen, die das Innenstadtkonzept 2022 seit einem halben Jahr mit verschiedenen Bürgergruppen in Aachen erarbeitet hat. Vom Kita-Kind bis zum Senior waren Aachener eingeladen, sich Gedanken zu machen, wie es aussehen soll, das Aachen der Zukunft.

Bewusst suchten Stadt und das Stadtplanungsbüro HJPplaner neue Wege der Befragung, um so viele Bevölkerungsgruppen wie möglich einzubinden. „Auch, wenn wir das nicht in allen Bereichen tun können, ist es in dieser Frage wichtig, die Bürger so gut wie möglich zu beteiligen“, so Planungs- und Umweltdezernentin Gisela Nacken.

Mit dem Leistungskurs Erdkunde des Gymnasiums St. Leonhard etwa hatte das Büro ein halbes Jahr in einem Stadtplanungs-Workshop gearbeitet, an dessen Ende die Schüler Bebauungskonzepte für den Bushof entwickelten. „Jetzt haben wir einen ganzen Sack voll Argumente und Ideen, mit denen wir weiterarbeiten können“, so Frank Pflüger.

Vier große Themenbereiche haben sich bei den Befragungen herauskristallisiert. Viele Aachener sehen dringenden Handlungsbedarf im Bereich Büchel und Bushof. Besonders letzterer werde, so Pflüger, als „Unort“ empfunden. Das deckt sich mit dem, was auch die Planer sehen.

Das Gebiet zwischen Willy-Brandt-Platz bis zur Alexanderstraße, vom alten Kurhaus bis zum Büchel steht besonders im Fokus der innerstädtischen Entwicklung. Hier werde es, so Pflüger, in den kommenden zehn Jahren „deutliche Umbrüche“ geben.

Weitere Schwerpunkt sind die Einbindung des Campus Innenstadt an die übrigen Stadtflächen sowie die Anbindung des Bahnhofs an den Aachener Süden.

Vertreter der beteiligten Gruppen sind eingeladen, ihre Konzepte und Ideen noch einmal vorzustellen. Aachener sind eingeladen, die vorliegenden Ideen zu diskutieren und eigene Vorschläge einzubringen.

Die Zwischenpräsentation zum Innenstadtkonzept 2022 findet statt am 15. Oktober in der Mensa des St.-Leonhard-Gymnasium, Jesuitenstraße 9. Beginn ist um 18.30 Uhr.

Der Zeitpunkt, zu dem das Innenstadtkonzept angeschoben wurde, fällt genau zwischen zwei Projektphasen. Die erste Phase der Jahre 2000 bis 2012, in dem beispielsweise der Elisengarten umstrukturiert wurde, ist ausgelaufen.

Für die zweite Phase müssen die Planungen demnächst abgeschlossen sein, um neue Fördermittel zu beantragen, denn derart umfangreiche städtebauliche Konzepte könne die Stadt nur mithilfe von Fördergeldern stemmen, so Nacken.

52 Millionen Euro aus Bund- und Ländermitteln sind in den vergangenen zwölf Jahren in die städtische Entwicklung geflossen. Bis zum Dezember will die Verwaltung alle Vorschläge bündeln, filtern und zu einem Planungsentwurf für die Politik aufbereiten, der in den Ausschüssen beraten werden kann. Bis zum Sommer 2014 müssen die Anträge auf Förderung gestellt werden.

Gleichzeitig soll ein städtebaulicher Wettbewerb für den Bushof und das umliegende Gebiet ausgeschrieben werden. 50 Prozent der Grundstücke dort gehören der Stadt, mit den privaten Grundeigentümern sei man, so Gisela Nacken, im Gespräch. Wird man sich einig, könnten frühestens 2016 die ersten Bagger dort anrollen.

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