Aachen: Der Bücherbus Fabian feiert 30. Geburtstag

Aachen: Der Bücherbus Fabian feiert 30. Geburtstag

Aufgeregt durchstöbern Kinder die Regale nach Büchern, nehmen Zeitschriften aus Kästen und blättern durch die Seiten. Die Kleinen fragen nach den neuesten Hexen- und Fantasy-Geschichten, alle Werke um sie herum können ausgeliehen werden. Allerdings handelt es sich hierbei nicht um eine normale Bibliothek, sondern um eine fahrende.

Seit 30 Jahren versorgt „Fabian der Bücherbus” Kinder aber auch Erwachsene mit Lesestoff. Zum Jubiläum hatten die Mitarbeiter der Stadtbibliothek zu einem großen Fest geladen. Der Zirkus Configurani zeigte akrobatische Kunststücke, die Gäste konnten sich schminken lassen und Perlenketten basteln.

Außerdem präsentierte das DasDa-Theater ein Stück mit dem Namen „Irgendwie anders”, bei dem es um die Geschichte eines Außenseiters geht. Natürlich stand auch Fabian der bunt lackierte Bus mit dem Stern auf der Motorhaube vor der Bibliothek.

Laut Gabriele Klaßen, Leiterin des Bücherbusses, klappert der Bus seit Mai 1979 von Lichtenbusch bis Laurensberg über Brand und Rothe Erde regelmäßig ganz Aachen ab, um die Bürger mit Büchern auszustatten. Jede Woche fährt das Team dabei genau 21 Haltestellen in Aachen und Umgebung an.

„Das Angebot richtet sich vor allem an Kinder und ältere Menschen, für die es schwierig ist, zur Stadtbibliothek zu kommen”, erklärt Klaßen.

Öfters präsentiert das Team besondere Aktionen wie Lesestunden, zudem besucht der Bus auf Wunsch Kindergärten und Schulen. Der Umfang der Leihartikel hat sich mit der Zeit erweitert. Neben dem klassischen Buch ist es auch möglich, CDs, DVDs und Spiele auszuleihen. Von den 17.000 Medien, die im Magazin der Stadtbücherei für den Bus bereitstehen, befinden sich immer 5000 an Bord. „Wir haben auch Romane und Belletristik für Erwachsene, aber die meisten Medien sprechen eher Kinder an. Mehr als die Hälfte des Bestandes ist für jüngere Leser bestimmt”, sagt Klaßen.

Hinter dem Steuer der „fahrbaren Bibliothek” sitzt schon seit Jahren Anton Balin. Um die Regelung der Ausleihe und die Beratung der Leser kümmern sich mehrere Mitarbeiterinnen, die abwechselnd im Bus mitfahren. Die Leiterin zeigt sich außerordentlich zufrieden über die große Resonanz auf das Angebot: „An manchen Haltestellen ist der Bus geradezu überfüllt und als es vor etwa acht Jahren in der Politik Überlegungen gab, den Bus zu schließen, ging ein richtiger Aufschrei durch die Bevölkerung, worauf dieses Vorhaben schnell aufgegeben wurde.”

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