Dutch Mountain Filmfestival: Der Alpenverein zeigt auch im Flachland Präsenz

Dutch Mountain Filmfestival : Der Alpenverein zeigt auch im Flachland Präsenz

Seilakrobaten vor zwei Jahren, letztes Jahr der leibhaftige Ötzi und diesmal Schafe. Man kann nicht sagen, das Dutch Mountain Film Festival (DMFF) und seine Eröffnungsveranstaltungen kämen beliebig daher. Toon Hezemans vom DMFF und Norbert Balser, Vorsitzender des Deutschen Alpenvereins Aachen, haben ein sehenswertes Programm für ihr Festival auf die Beine gestellt.

Warum Schafe? „Diese Tiere gehören zu den bergigen Gegenden auf der Welt, sie können bis ins Hochgebirge hinauf weiden und kommen mit den klimatischen Gegebenheiten gut klar“, weiß Balser. Zunächst war angedacht, eine komplette Schafherde zur Eröffnung auf den Markt zu treiben, doch da haben Tierschutz und Ordnungsamt den nachvollziehbaren Riegel vorgeschoben. So konnte man die Vierbeiner auf einer Leinwand auf dem Markt beobachten, Hintergrundinformationen inklusive.

Es war der cineastische Hinweis auf den Eröffnungsfilm Troperos im Anschluss im Apollokino in der Pontstraße. Er schildert das Leben der Schafhirten in den weiten Ebenen von Patagonien, die mit 6000 Tieren durchs Land ziehen. Heute und morgen sowie am 3. November werden jeweils um 18 und 20 Uhr 15 Filme der Veranstaltung gezeigt.

Ein besonderes Schmankerl kommt dabei am 3. November zur Aufführung. „Gesetz ohne Gnade“ ist ein Film mit autobiografischen Zügen über den Gründer der Grenzlandjugend Roetgen, Karl Loven. In der NS-Zeit wurde ihm die Jugendarbeit in der Kirche verboten. Um dennoch weiter tätig sein zu können, trat er mit seinen Schützlingen dem Alpenverein bei, wurde später verhaftet und entging dem Tode nur durch einige glückliche Fügungen. Nach dem Krieg verarbeitete er sein Trauma durch das Schreiben eines Buches und das Schaffen eben dieses Films.

Ansonsten hat das DMFF wieder eine gehörige Bandbreite anzubieten. Neben den Filmen, die in Aachen (Apollo) und Heerlen (Royal Theater Heerlen) gezeigt werden, werden Vorträge, Diskussionsrunden, Ausstellungen, Workshops und eine Fahrradtour (Summit to summit, Sonntag, 3. November) angeboten, immer die Themen Berge, Bewegung und Freundschaft vor Augen. „Die Zusammenarbeit zwischen dem Alpenverein und dem DMFF war auch diesmal wieder großartig“, versicherten Balser und Hezemans unisono und hofften, dass der Zuspruch zum Festival ebenso gut wird wie bei den vorherigen Auflagen.

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