Aachen: Der „Aixplorer” setzt im Rathaus neue Maßstäbe

Aachen: Der „Aixplorer” setzt im Rathaus neue Maßstäbe

Klapperndes Besteck, Gelächter und durch den großen Saal hallendes Stimmengewirr, das hin und wieder von einzelnen, klar verständlichen Gesprächen übertönt wird. Mit Kopfhörern auf den Ohren schlendern unzählige Besucher am Samstag durch den Krönungssaal des Rathauses und begeben sich auf eine akustische Reise in die Vergangenheit dieses Raumes.

Bis ins 16. Jahrhundert hinein wurden an diesem Ort große Festmähler veranstaltet, von denen die Besucher jetzt dank eines interaktiven Audioguides („Aixplorer”) einen authentische Eindruck bekommen können.

Bei der Eröffnung des Rathauses als erste fertige Station der Route Charlemagne präsentierte sich aber nicht nur der Krönungssaal ganz entsprechend dem zentralen Thema Macht gestaltet, sondern auch die Räume im Untergeschoss und das Treppenhaus.

So widmet sich etwa die Werkmeisterküche dem Thema Krieg: eine Videoleinwand zeigt Bilder des zerstörten Aachens im Jahr 1944, ein interaktives Fotoalbum und eine Hörstation bieten den Besucher weitere Informationen und Eindrücke. Außergewöhnlich ist vor allem der interaktive Tisch zum Aachener Frieden, der im Roten Saal viele Besucher anlockt.

Auch die vier interaktiven Stelen zum Karlspreis bieten eine umfassende Information zur Auszeichnung im Allgemeinen und den bisherigen Preisträgern mit Bildern, Biographien und Auszügen aus den einzelnen Reden. Trotzdem vermissten einige Besucher die aus dem Treppenhaus entfernten Portraits der Preisträger.

Wie sich die Route Charlemagne in den nächsten Monaten und Jahren entwickeln wird, zeigt die neue Infostelle, die sich direkt gegenüber im Haus Löwenstein befindet. Schautafeln, Modelle, Fotos und einige Exponaten erklären das Gesamtkonzept der Route.

An sechs Stationen werden die Themen Macht, Religion, Europa, Wissenschaft und Wirtschaft mit Ausstellungen und vielen interaktiven Angeboten behandelt. Im Vordergrund steht dabei immer die Verknüpfung von Moderne und der Zeit Kaiser Karls. So wird sich das heutige Zeitungsmuseum zu einem Medienmuseum entwickeln.

Weitere Standorte der Route Charlemagne werden der Dom und die Kirche Sankt Paul für das Thema Religion, das Super C der RWTH für die Wissenschaft und das Grashaus für Europa sein.

Den Mittelpunkt soll ab 2010 das Centre Charlemagne auf dem Katschhof bilden, wo sich dann auch die Infostelle befinden wird. Das Haus Löwenstein wird dann mit dem Couven Museum zur Station für das Thema Wirtschaft.