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Prominente Adresse in Aachen: Denkmalpflege nimmt Markt 43 unter die Lupe

Prominente Adresse in Aachen : Denkmalpflege nimmt Markt 43 unter die Lupe

Es gehört zu den prominentesten Gebäuden am Aachener Markt: das markante rote Eckhaus mit der Nummer 43, in dem bis zum Sommer 2019 eine Apotheke beheimatet war. Momentan sind städtische Denkmalpfleger und -pflegerinnen vor Ort, um der Geschichte des Gebäudes auf den Grund zu gehen. Und die reicht weit zurück.

„Bislang liegen uns nur wenige historische Informationen zu dem Gebäude vor, dass so viele Aachenerinnen und Aachener kennen“, berichtet Monika Krücken, Leiterin der Abteilung Denkmalpflege und Stadtarchäologie. Die Fachleute vermuten, dass sich in dem gemäß Denkmaleintragung um 1790 erbauten Wohn- und Geschäftshaus sogar noch ältere Gebäudeteile befinden.

Das Eckhaus, das sich in Privatbesitz befindet, soll denkmalgerecht renoviert und für eine neue Nutzung hergerichtet werden. Diese Chance nutzen die städtischen Expertinnen und Experten, um die historische Bausubstanz genauer zu untersuchen.

„Gerade wird durch das LVR – das Amt für Denkmalpflege im Rheinland – eine sogenannte Bauaufnahme ausgeführt, bei der zunächst der barocke Dachstuhl genauer untersucht wird“, erläutert Luzie Edelhoff, die den Umbau seitens der Aachener Denkmalpflege eng begleitet. Auf Grundlage dieser Vor-Ort-Untersuchung möchte die Aachener Denkmalpflege dann zusammen mit dem LVR die Geschichte und die historische Substanz des Gebäudes weiter erforschen.

„Wir sind selbst gespannt, was unsere weiteren Analysen und Recherchen noch ergeben. Mit der genauen Beobachtung und Dokumentation des Bestandes wird das Gebäude selbst zur Quelle und führt zur Analyse und Bewertung geschichtlich relevanter Bauspuren. Solche Möglichkeiten wie nun im Gebäude Markt 43 sind immer wieder wertvoll, um unsere wechselvolle Stadtgeschichte genauer beleuchten zu können. Mit jedem Puzzleteil lernen wir dazu, wie Aachenerinnen und Aachener über viele hundert Jahre hinweg rund um Dom und Rathaus gelebt haben“, sagt Monika Krücken, Leiterin der Aachener Denkmalpflege.

Das prominente Gebäude ist auch bekannt unter dem Namen „Brüssel“ oder „Brüsselstein“, was sowohl auf seinen Bezug zur belgischen Hauptstadt, zum Beispiel durch einen früheren Besitzer, als auch auf die Besonderheit eines Hauses aus Stein hinweist. Diese frühe Namensgebung geht auf das 14. Jahrhundert, zurück, als es nur wenige Gebäude aus Stein gab und diese sich oft ebenfalls in der Namensgebung darauf bezogen.

 Fachleute des LVR – dem Amt für Denkmalpflege im Rheinland – nehmen eine sogenannte Bauaufnahme vor, bei der zunächst der barocke Dachstuhl genauer untersucht wird. Eng begleitet wird das Vorhaben von der städtischen Denkmalpflege.
Fachleute des LVR – dem Amt für Denkmalpflege im Rheinland – nehmen eine sogenannte Bauaufnahme vor, bei der zunächst der barocke Dachstuhl genauer untersucht wird. Eng begleitet wird das Vorhaben von der städtischen Denkmalpflege. Foto: Stadt Aachen/Luzie Edelhoff

Bekannt ist das gegenüberliegende Haus Löwenstein oder das Haus Rupenstein in der Pontstraße, Vorgänger des späteren „Großen Hauses von Aachen“ und heutiges Zeitungsmuseum. Urkundlich belegt ist für das Gebäude Markt 43 ebenfalls die Nutzung des gotischen Vorgängerbaus als Schöffensitz sowie als Haus mit „Weinrecht“, wie eine Weinsteuerliste von 1421/1422 verrät.

Ob in dem Haus oder in seinen Vorgängerbauten noch etwas anderes als Wein geflossen ist, darauf erhoffen sich die Expertinnen und Experten spannende Erkenntnisse von der aktuellen Untersuchung.

www.aachen.de/denkmalpflege

(red)