Aachen: Dem Opfer ein Steakmesser an den Hals gehalten

Aachen : Dem Opfer ein Steakmesser an den Hals gehalten

Wegen schweren Raubes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung muss sich seit gestern ein 24-Jähriger vor der 8. Großen Strafkammer am Aachener Landgericht verantworten.

Kurz nach dem Jahreswechsel sei ihm das Geld ausgegangen, berichtete Marlon V. am ersten Verhandlungstag. Weil er trotz guter Zeugnisse seit Monaten keine Arbeit finden konnte, habe er aus Frust viel Alkohol getrunken, bis der letzte Cent weg war.

Mit einem Überfall habe er sich dann ausreichend Geld besorgen wollen, erzählte der gelernte Industriemechaniker, so viel, dass es für den Hartz-IV-Bezieher bis zum Monatsende reichen würde.

Nach eigenen Schilderungen vor dem Vorsitzenden Richter Hans Günter Görgen ging V. gegen 18.30 Uhr aus dem Haus, hatte eine Art Steakmesser in die Jacke gesteckt, eine rote Kappe und eine Kapuze sollten seine Gesichtszüge unkenntlich machen. Bereits in der Horngasse traf er auf einen 22-Jährigen, der rauchend draußen stand. Dem hielt er von hinten das Steakmesser an den Hals und forderte Geld sowie das Handy von dem Krankenpfleger.

Dieser berichtete gestern, wie er trotz eines Schnitts am Hals und weiterer Stiche in die Schulter, die aber von seiner Jacke aufgefangen wurden, fliehen konnte. Er lief in die Bahnhofstraße, der 24-Jährige mit gezücktem Messer hinter ihm her. Schließlich flüchtete sich der 22-Jährige in einen Hausflur in der Bahnhofstraße.

Der frustrierte Räuber zog mit dem Messer in der Hand weiter, zunächst in Richtung Theaterstraße und Normaluhr. Am Theater bedrohte er zwei Jungen, die jedoch fliehen konnten. Am Elisenbrunnen soll er laut Anklage erneut das Messer gezogen und bei einem Passanten fünf Euro erbeutet haben, dann ging die Tour weiter in Richtung Antoniusstraße.

Seit der Tat in der Horngasse habe er sich nicht mehr richtig erinnern können, erklärte V. am Dienstag vor Gericht. Auch nicht daran, dass er gegen 19.30 Uhr von sieben Polizisten in der Antoniusstraße niedergeworfen und festgenommen wurde.

Gegenüber den Zeugen sagte der Angeklagte treuherzig, es tue ihm leid, und so etwas werde nicht mehr vorkommen. Der Prozess wird am 29. Mai fortgesetzt.

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