Das Widerspiel von Gut und Böse

Das Widerspiel von Gut und Böse

Ist es möglich, das Böse vom Guten zu trennen? In seiner dritten Inszenierung bringt die Gruppe „Floodlight“ das energiegelandene Musical „Jekyll und Hyde“ auf die Bühne. Am 27. Juni ist Premiere.

„Es gibt da dieses Sprichwort: Mal ist da Dr. Jekyll und mal Mr. Hyde“, erklärt Svenja Borgmann, Mitglied der Musicalgruppe „Floodlight“. „Man verwendet es, wenn ein Mensch zwei moralische Seiten von sich zeigt“. Das Sprichwort stammt aus Robert Louis Stevensons 1886 veröffentlichten Roman „Jekyll and Hyde“, dessen Musical-Fassung die Gruppe Floodlight auf die Bühne bringen wird.

Der angesehene Londoner Arzt Dr. Henry Jekyll ist fest davon überzeugt, ein Mittel erfunden zu haben, das es ermöglicht, das Böse vom Guten im Menschen zu trennen. Als der Vorstand des Krankenhauses untersagt, den Versuch an Menschen durchzuführen, greift der Arzt zu seiner letzten Möglichkeit: einem Selbstversuch.

Sein Ziel ist es, das Gute vom Bösen zu trennen und so die Welt in einen besseren Ort zu verwandeln, doch er selbst verliert nach kurzer Zeit die Kontrolle über seine beiden Wesen, Dr. Jekyll und Mr. Hyde. Er verwandelt sich in die dunkle Gestalt Edward Hyde, welcher fortan mordend durch die Straßen Londons zieht. Bei seinem Versuch das Böse zu vernichten, stößt Jekyll auf die Frage, was das Böse und was das Gute ausmacht, und ob es das eine ohne das andere geben kann.

„Unsere Inszenierung basiert auf Stevensons Absicht des Romans. Er wollte damals das Fassadenspiel der Gesellschaft aufdecken und hinterfragen, ob man Gut und Böse wirklich so einfach definieren kann“, erzählt Marcos de Luis Bolinaga. Er spielt die Hauptrolle Dr. Jekyll und ist sich sicher, dass es nur Gut und nur Böse nicht geben kann. Das herauszufinden und auf die Bühne zu bringen, war gerade die Herausforderung, die sich das Musicalteam aus über 100 Leuten gewünscht hat.

Seit seiner Gründung 2016 hat „Floodlight“ ein Ziel: „Jedes Jahr ein neues Musical für Aachen“ „Um bei uns mitzumachen, kommen einige unserer Teamkollegen sogar aus Köln, da wir die einzige Musicalgruppe der Region sind“, erzählt Borgmann stolz.

Seit Oktober arbeiten die Musiker und Darsteller ehrenamtlich an der außergewöhnlichen Inszenierung, die mit einfachen Mitteln große Wirkung erzielt. „Die Disziplin, Ausdauer und das Engagement, das jeder Einzelne der Gruppe zeigt, ist bewundernswert“, betont Marita Jansen, Vorstand der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, die das Projekt unterstützt.