Aachen: Das städtische Kita-Portal bekommt eine Runderneuerung

Aachen : Das städtische Kita-Portal bekommt eine Runderneuerung

Sechs Jahre ist es her, dass das Kita-Portal für Aachen — damals eines der ersten in NRW — seinen Betrieb aufnahm. Nun soll eine neue Version der Software aufgespielt werden. Das dauert ziemlich lange. Und auch für die alte Version gibt es nicht nur gute Noten.

Alle öffentlich geförderten städtischen und fast alle freien Träger von Kindertagesstätten sind im Kita-Portal verzeichnet. Nur zehn Träger in Aachen sind nicht angeschlossen. Eltern können sich über die Plattform passgenau über das Betreuungsangebot informieren und sich direkt online um einen Platz für ihr Kind bewerben. Familien können die Auswahl ihrer Wunsch-Kita, sortiert nach Lage, Träger oder speziellen Angeboten, treffen. Der Kommune soll das Portal unter anderem die Bedarfsplanung für Betreuungsplätze erleichtern. Aachen nutzt dafür das Programm des Anbieters „Little Bird“ (Kleiner Vogel).

Nun steht eine Runderneuerung für die Suchmaschine an. Wie das städtische Presseamt auf Anfrage mitteilte, ist man dabei, eine ganz neue Version der Software zu installieren. Dieser Prozess allerdings zieht sich nun schon etliche Monate hin. Mehrfach bereits wurden die städtischen Kinder- und Jugendpolitiker in nicht öffentlicher Sitzung über den Sachstand informiert. Denn offenbar ist es gar nicht so einfach, den „kleinen Vogel“ in der neuen Version zum Fliegen zu bringen.

Wie Rita Klösges vom Presseamt erläutert, biete die neue Version von „Little Bird“ zusätzliche Möglichkeiten. Deshalb müsse gemeinsam mit dem städtischen IT-Dienstleister Regio iT erarbeitet werden, welche Anwendungen man künftig nutzen wolle. „Ein Zeitpunkt für den Start der neuen Version kann deshalb derzeit nicht genannt werden“, sagt Klösges. Gründlichkeit, nicht Eile sei die Devise.

Eltern, die nach einem Kita-Platz für ihr Kind suchen, bekommen von den Verzögerungen um die Runderneuerung ohnehin nichts mit. Solange das neue Programm nicht am Start ist, solle die Ursprungsversion weiterlaufen, versichert Klösges.

Kritik von Eltern

Das Aachener Kita-Portal war von Anfang an nicht als zentrale Vergabestelle von Kita-Plätzen, sondern für die Eltern vor allem als Informations- und Bewerbungsplattform konzipiert. Ausschlaggebend für die Vergabe von Betreuungsplätzen, so hatte die Stadt immer wieder betont, sei das persönliche Gespräch zwischen Kitaleitung und Eltern. Allerdings beklagen Eltern immer wieder, dass die Kitaplatz-Suche übers Kita-Portal nicht ganz rund laufe. Auf der Homepage der Stadt klingt die Sache ganz einfach: „Sie können Ihr Kind — nachdem Sie sich im Portal angemeldet haben — bei einer oder mehreren Einrichtungen Ihrer Wahl online unverbindlich voranmelden. Die Einrichtung meldet sich dann zeitnah bei Ihnen zurück, um einen individuellen Kennenlerntermin vor Ort in der Kita zu vereinbaren.“

Eine Mutter hat da ganz andere Erfahrungen gemacht. Die Frau, die ihren Namen lieber nicht in der Zeitung lesen möchte, berichtet, dass sie sich über das Kita-Portal bei mehreren Kitas beworben und dann geduldig abgewartet habe. Von manchen Einrichtungen sei aber überhaupt keine Antwort gekommen. Eine Kitaleiterin habe dann später auf Nachfrage erklärt, man arbeite überhaupt nicht mit dem Kita-Portal und reagiere nur, wenn Eltern sich telefonisch meldeten oder in der Kita vorsprechen. „Und ich hatte gedacht, dass die Kitas nicht ständig angerufen werden wollen“, sagt die Mutter. „Man glaubt, dass man nichts falsch macht, wenn man übers Portal geht, und dann stellt sich raus, dass doch alle ihr eigenes Süppchen kochen.“

Ein Vater berichtet, dass für die Einrichtung seiner Wahl über längere Zeit das gelbe Symbol („voraussichtlich keine freien Plätze“) auf der interaktiven Karte des Portals stand. Erst im Gespräch mit der Kita-Leitung erfuhr er, dass es sehr wohl Plätze gibt. Die Daten im Netz waren nicht aktuell.

„Die Suche nach einem Betreuungsplatz leicht gemacht“ heißt es auf der Startseite des Kita-Portals. Manchen Besucher beschleichen aber womöglich leichte Zweifel bezüglich der Aktualität der Daten, wenn er auf die Rubrik „Neuigkeiten“ schaut. Wartungsarbeiten werden da angekündigt. Es ist ein Hinweis von Oktober 2016.

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