Aachen: Das Risiko für den Schlaganfall effektiv senken

Aachen : Das Risiko für den Schlaganfall effektiv senken

Therapiehund Henry ist der große Star beim 2. Tag des Schlaganfalls für die Städteregion Aachen im Technologiezentrum Agit am Europaplatz. Zum zweiten Mal gab es Fachvorträge und Workshops von Medizinern, Therapeuten und Spezialisten rund um das Thema Schlaganfall — organisiert vom Aachener Sanitätshaus Fendel und Keuchen sowie vielen engagierten Mitstreitern.

Man bot einen umfassenden Informationstag für Betroffene sowie Patienten und ihre Angehörigen. „Und eine Facette der Therapie sind Hunde, die Mut machen, Freude bereiten und die Entwicklung und Heilung fördern“, sagte Physiotherapeutin und Therapiehundeführerin Christiane Stens, die mit ihrem Flat Coat Retriever Henry ein interessiertes Publikum ansprach.

„Nach der Rehazeit geraten viele Patienten in eine depressive Phase. Wir möchten ihnen helfen, damit sie nicht ein ein Loch fallen und unterstützen, ein Netzwerk zu bilden“, erklärte Pavle Lederer, Sportwissenschaftler und Experte in Sachen Neurorehabilitation. Mehr als 150 Besucher zählte Mitorganisatorin Peggy Deutsch bis zur Mittagspause. Damit war die zweite Auflage der Veranstaltung ein großer Erfolg. „Ein Schlaganfall kann jeden treffen, deshalb ist es so wichtig, sich darüber zu informieren. Hier kann man vor Ort auch das persönliche Schlaganfallrisiko bei kostenlosen Gesundheits-Checks testen“, erläuterte Deutsch. Sind etwa die Venen verstopft, ist das ein erstes Indiz für Schlaganfallgefahr.

Kompetente Vorbeugung

Moderiert von AZ-Redakteur Robert Esser gab es ein großes Vortragsprogramm. Los ging es am Vormittag mit Informationen zur Vorbeugung und Akutbehandlung von Dr. Cornelius Werner, Facharzt für Neurologie am Universitätsklinikum Aachen. Dr. Kay Ruff von der Klinik für Gefäßchirurigie am Luisenhospital und sein Team zeigten im Ausstellerbereich herausoperierte Gefäßablagerungen im Reagenzglas um zu zeigen, was zu Durchblutungsstörungen führt.

Die Leitstelle Älter werden in Aachen informierte über Hilfs- und Unterstützungsmöglichkeiten im Alltag, zum Beispiel Selbsthilfegruppen in der Nähe oder Wohnumfeldanpassungen. Sylvie von Werder präsentierte die App „Rehappy“, die Schlaganfallpatienten personalisierte Motivation, Information und Organisation bietet und damit den Therapieerfolg erhöhen kann. Eine spezialisierte Firma präsentierte Hilfsmittel wie Schienen und Orthesen, die Schlaganfallpatienten wieder ans Laufen bringen. Und im Seminarraum erfuhren Patienten Wissenswertes über die sogenannte Portionspyramide oder die Frage, was gesunde Fette sind — denn die richtige Ernährung steigert den Therapieerfolg und mindert das Risiko eines weiteren Schlaganfalls und verbessert die Lebensqualität nachhaltig.

Wie man sich als Patient mit professioneller Hilfe zurück in einen „normalen“ Lebensalltag kämpfen kann, zeigte das interdisziplinäre Therapeuten-Team von Dorothee Geilenkirchen auf. Und Andrea Amen, Teamleiterin Leistungen sowie Krankenpflegefachkraft der AOK, schlüsselte eindruckvoll auf, welche Hilfen Betroffene in Anspruch nehmen können.