Aachen: Das Marienhospital stellt sich den Herausforderungen der Zukunft

Aachen: Das Marienhospital stellt sich den Herausforderungen der Zukunft

Die Herausforderungen für Krankenhäuser werden immer größer: Sparmaßnahme, Pflegekräftemangel, immer ältere Patienten sowie Patienten und Mitarbeiter aus ganz unterschiedlichen Kulturen und Religionen erfordern neue Konzepte.

Um für die Zukunft gerüstet zu sein, hat die Katholische Stiftung Marienhospital Aachen einen Masterplan für die nächsten sechs Jahre entwickelt, „der der rote Faden für die Entscheidungen der nächsten Jahre sein wird“, wie Kuratoriumsmitglied Bernd Mathieu, Chefredakteur unserer Zeitung, sagte.

Dabei steht nicht nur die Weiterentwicklung des Marienhospitals auf der Agenda, sondern auch die der anderen Einrichtungen der Stiftung — von der Rehaklinik über Seniorenheime bis zum Brustzentrum. „Von der Geburt bis zum würdevollen Sterben begleiten wir die Menschen“, erläuterte der Ärztlicher Direktor, Professor Thomas Möllhoff.

„Visionen sind wichtig. Ich bin froh, dass sie in diesem Haus zusammen mit der Medizin entwickelt werden.“ Das Team, das den Masterplan 2020 in 16 Monaten erarbeitet hat, stellt acht Handlungsfelder in das Bewusstsein der Entscheidungsträger der Stiftung: Akutbehandlung, Leben im Alter, Reha, Sport und Prävention, Bau und apparative Ausstattung, Personalentwicklung, Kooperationen und strategische Partnerschaften, Marketing und Kommunikation sowie Ethik und christliche Ausrichtung der Stiftung.

Die Ideen für all diese Handlungsfelder sind vielfältig und in Teilen auch schon konkret. So soll zum Beispiel das Konzept der Geburtshilfe überarbeitet werden, um mehr werdende Eltern in das Marienhospital zu locken. Auch ein zusätzlicher Bettentrakt soll entstehen, ebenso wie ein interdisziplinäres Schwerpunktzentrum für Krebspatienten.

Die Demografie gibt es vor: Ältere und alte Menschen ebenso wie vorhandene und potenzielle Mitarbeiter ziehen das besondere Augenmerk der Stiftung auf sich. Die geriatrische Kompetenz in allen Fachabteilungen des Krankenhauses, aber auch in anderen Einrichtungen der Stiftung, soll ausgebaut, Versorgungslücken in der Seniorenarbeit sollen — zum Beispiel für komatöse oder beatmete Senioren — geschlossen werden. Die Aus-, Fort- und Weiterbildungsakademie soll ein euregionales Austauschprogramm aufbauen.

„Teilweise haben wir mit der Umsetzung auch schon begonnen“, teilte Geschäftsführer Rolf-Leonhard Haugrund mit. So wurde zum Beispiel im vergangenen Sommer eine Stabsstelle Ethik eingerichtet, die sowohl für Patienten und Angehörige als auch für Mitarbeiter Ansprechpartner ist, aber auch an der strategischen Entwicklung mitwirkt.

Auch die Zahl der Ausbildungsplätze für die Gesundheits- und Krankenpflege wurde von 75 auf 125 erhöht. Eine Teilzeitausbildung sowie flexible Arbeitszeiten sollen auch Alleinerziehende für den Beruf interessieren. „Es ist für uns sehr wichtig, ein attraktiver Arbeitgeber zu sein“, betonte Mathieu.

(xen)
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