Aachen: Das Leitstellengebäude der Feuerwehr Aachen hat einen Dachschaden

Aachen : Das Leitstellengebäude der Feuerwehr Aachen hat einen Dachschaden

Stellt man das Positive in den Vordergrund, kann man sagen: Bei diesem Einsatz hatte die Feuerwehr es nicht weit. Denn als in den frühen Morgenstunden des 3. Januar dieses Jahres das Orkantief „Burglind“ über dem Dreiländereck wütete und die Einsatzkräfte insgesamt rund 400 Mal im Aachener Raum ausrücken mussten, gab es auch einen Alarm auf dem eigenen Gelände — in der Hauptwache der Feuerwehr in der Stolberger Straße.

An dem dortigen Leitstellengebäude hatte „Burglind“, deren Böen über Aachen Spitzenwerte von 121 Stundenkilometern erreichten, Teile der blechernen Umrahmung des Flachdaches abgerissen. Die Feuerwehrleute konnten diesen Einsatzort also quasi zu Fuß erreichen.

Ruheräume betroffen

Über die kuriose Begebenheit deckte man seinerzeit in den Presseerklärungen zu den Sturmfolgen allerdings den Mantel des Schweigens — bis das städtische Presseamt nun auf Anfrage entsprechende AZ-Informationen bestätigte. Und wenn man in dieser Geschichte jetzt das Negative in den Vordergrund stellen will, kann man sagen: Seit Anfang Januar hat Aachens Feuerwehr einen Dachschaden.

Denn man hat zwar mittlerweile die Blechrahmen wieder am Flachdach des Gebäudes befestigt, wie Rita Klösges vom Presseamt berichtet. Doch gebracht hat das offenbar nicht viel, denn: „Es dringt nach wie vor Feuchtigkeit ins Innere.“ Was in diesem Fall schlecht ist, denn direkt unter dem Dach befinden sich Ruheräume. „Die Leidtragenden sind vor allem die Feuerwehrleute, denn sie müssen bei einem 24-Stunden-Dienst ruhen können“, sagt Klösges. Was in feuchten Räumen aber schlecht möglich ist, weswegen die Brandschützer auf der Suche nach einem trockenen Plätzchen improvisieren müssten.

In einer großen Hauptwache, in deren umfassende Runderneuerung gerade erst rund 13,5 Millionen Euro geflossen sind, ist solch ein Zustand eigentlich untragbar. Allerdings gehört der jetzt betroffene Neubau der städteregionalen Leitstelle, der erst 2012 fertiggestellt worden war, nicht zu dem sanierten Komplex. Außerdem hätten — Glück im Unglück — die Wasserschäden zumindest nicht die teure Leitstellentechnik in Mitleidenschaft gezogen, so Klösges.

Aber einen Dachschaden hat die Feuerwehr trotzdem, und drei Monate nach „Burglind“ kann man durchaus von einem dauerhaften sprechen. Denn eine Lösung des Feuchtigkeitsproblems ist, wie Klösges einräumt, noch nicht in Sicht. „Das Dach wird zurzeit vom städtischen Gebäudemanagement gründlich geprüft, aber bislang ist man bei der Suche nach der Ursache des Wassereintritts noch nicht fündig geworden“, sagt die Sprecherin der Stadt. Gut möglich sei, dass am Ende auch eine „konstruktive Lösung“ nötig sei, habe es seitens der städtischen Bauexperten geheißen.

Wollte man die Misere nun mit etwas Humor betrachten, könnte man sagen: Eine „konstruktive Lösung“ wäre den Feuerwehrleuten auf jeden Fall zu wünschen. Aber damit ist wohl eher gemeint, dass in letzter Konsequenz möglicherweise an dem sechs Jahre alten Gebäude das Dach komplett erneuert werden muss. Was auch Rita Klösges nicht ausschließen will: „Vielleicht baut man da etwas Neues, aber das steht noch nicht fest.“