Aachen: Das Koordinierungsbüro soll die Hilfe für Flüchtlinge bündeln

Aachen: Das Koordinierungsbüro soll die Hilfe für Flüchtlinge bündeln

Caroline Noerenberg, greift zum Telefon. Gleichzeitig schaut sie auf ihren Computer. Schnell kritzelt sie etwas auf ein Blatt. „Vielen Dank für ihre Hilfe“, sagt sie und legt auf. Im nächsten Moment klingelt das Telefon schon wieder.

Dieses Mal dauert das Telefonat etwas länger, aber auch dieses endet mit dem Satz „Vielen Dank für ihre Hilfsbereitschaft.“ „So geht das momentan jeden Tag“, erzählt Noerenberg, die normalerweise als Referentin im Büro des Oberbürgermeisters sitzt. Nun ist sie Leiterin des neu eingerichteten Koordinierungsbüros bei der Verwaltung, das die vielen Hilfsangebote für Flüchtlinge bündeln soll.

Das Büro gibt es erst seit gut einer Woche. Dort werden zurzeit die verschiedenen Hilfsangebote von Ehrenamtler für Flüchtlinge gesammelt. „Die Welle der Hilfsbereitschaft der Aachener ist einfach enorm groß“, sagt Noerenberg, die von einem fünfköpfigen Team unterstützt wird.

Allein in den ersten Tagen erreichten das Team rund 200 Anrufe. Doch viele Anrufer seien erst gar nicht durchgekommen — zu viele versuchten es beinah gleichzeitig, nachdem die Helfer-Hotline freigeschaltet wurde, berichten Noerenberg und ihre Kollegen. Das Problem habe man aber mittlerweile gelöst. Die eingehenden Anrufe werden jetzt auf Call Aachen umgeleitet.

So können sich die Helfer auch sicher sein, dass ihr Anruf entgegengenommen wird. Denn die Welle der Hilfsbereitschaft bleibt ungebrochen groß. Hunderte von Helfern melden sich jeden Tag. 900 E-Mails hat Noerenberg schon erhalten. „Die Menschen wollen einfach helfen. Sie bieten Spielsachen, Kleidung oder auch Ausflüge und Möbel an“, sagt Noerenberg. Diese Angebote seien aber erstmal zweitrangig. In erster Linie müsse man sich um die Erstversorgung der Neuankömmlinge kümmern. Daher seien vor allem Helfer für die Essensausgabe und Dolmetscher gefragt.

Bereits 500 Freiwillige haben sich in den vergangen Tagen im Koordinierungsbüro gemeldet, um bei der Essensausgabe zu helfen. Ein erster Dienstplan wurde erstellt und die Helfer auf die verschiedenen Flüchtlingsunterkünfte verteilt.

„Wir sind beeindruckt und freuen uns, dass die Aachener den Flüchtlingen auf vielfältige Weise helfen wollen“, sagt Noerenbergs Kollege André Schnittker, der ansonsten auch als Referent im Büro des Oberbürgermeisters arbeitet. Beeindruckend sei auch, dass sich immer mehr Dolmetscher melden. Vornehmlich für Französisch. Einige Dolmetscher für Sprachen wie Farsi, Albanisch und Kroatisch würden aber noch fehlen.

Immer wieder melden sich auch Ärzte, die ehrenamtlich helfen wollen. „Es ist wirklich toll, dass sich so viele Aachener engagieren wollen. Wir bitten aber auch um Verständnis, dass nicht jedes Angebot direkt angenommen werden kann“, sagt Evelin Wölk vom städtischen Presseamt. Sobald die Erstversorgung aber gewährleistet sei, würde man auf die Angebote zurückgreifen. Kein Angebot geht verloren.

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