Das Grenzlandtheater Aachen zeigt "Die Studentin und Monsieur Henri"

Französische Komödie : Altern mit all seinen Facetten

„Die Studentin und Monsieur Henri“ heißt das neue Stück im Grenzlandtheater. Es feiert am kommenden Samstag, 24. August, in Aachen Premiere.

„Es ist hübsch“, sagt sie. „Es ist trostlos“, sagt er. Doch auch wenn Monsieur Henri alles Erdenkliche tut, um der jungen Studentin Constance das Zimmer in seiner Wohnung zu verleiden, lässt die sich nicht so ohne weiteres abwimmeln. Sie soll ein Auge auf den alten Herrn haben, weil der nach Meinung seines Sohnes Paul nicht mehr alleine leben kann. Und angesichts der angedrohten Unterbringung im Heim lässt sich Henri schließlich darauf ein, stellt allerdings eine Bedingung: Constance soll seinem Sohn den Kopf verdrehen, damit der endlich seine Frau verlässt…

„Die Franzosen haben eine wunderbare Gabe, alltägliche Situationen auf den Punkt zu bringen“, sagt Intendant Uwe Brandt über das neue Stück am Grenzlandtheater, das am Samstag, 24. August, um 20 Uhr Premiere feiert. Und tatsächlich kommt das Thema des Alterns mit all seinen Facetten in der Komödie von Ivan Calbérac sehr leicht und unterhaltsam daher. Die Dialoge zwischen Monsieur Henri und seiner Studentin machen Lust auf mehr. Der alte Herr zieht alle Register, um die junge Frau in die Flucht zu schlagen, doch die ist ganz offensichtlich auf das Zimmer angewiesen und lässt sich nicht vertreiben.

Regisseurin Anja Junski sieht den Charme des Stückes gerade darin, dass es „richtig zur Sache geht“. Sie beschreibt die Komödie als „anrührendes Stück mit skurrilen Momenten“. Und tatsächlich sind die Schauspieler auch selbst ganz nah dran am Thema. Henris Sohn Paul (Armin Jung) beispielsweise ist eben auch im wahren Leben Sohn und wird immer wieder mit dem Älterwerden seines Vaters konfrontiert. Und Monsieur Henri (Berthold Schirm) hat die eigene Frau lange gepflegt, bevor er sie schließlich ins Pflegeheim geben musste. Er versucht, diese traurige Situation in sein Spiel zu integrieren. Das Thema ist also in doppeltem Sinne präsent und wird nach Meinung von Uwe Brandt entsprechend auch das Publikum bewegen.

Dass Constance und Henri zum Schluss beide voneinander profitieren, finden alle gleichermaßen schön. Und die Zuschauer bekommen die Chance, mitzuerleben, wie es Constance gelingt, den alten Misanthropen Henri zu knacken. Brandt beschreibt die Komödie als äußerst komisches Generationenstück. „Es ist ein Gute-Laune-Garant und ein Fest für die Schauspieler und das Publikum“, sagt er.

Es spielen unter der Regie von Anja Junski: Sarah Härtling (Constance), Berthold Schirm (Monsieur Henri), Armin Jung (Paul) und Katrin Wunderlich (Valérie).

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