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Die Woche in Aachen: Das geht noch attraktiver!

Die Woche in Aachen : Das geht noch attraktiver!

In dieser Woche haben nicht nur Sorgen um die Betreuung der ganz jungen Aachenerinnen und Aachener die Schlagzeilen bestimmt. Auch ein alternder Stadtteil bereitet Kopfzerbrechen.

Neu ist die Meldung leider nicht. Und doch sind die Zahlen immer wieder neu erschreckend: 50 Vollzeitstellen sind in den städtischen Kitas in Aachen unbesetzt. So lautete die Wasserstandsmeldung in dieser Woche. Stand heute könnten es auch schon etwas weniger sein. Oder mehr.

Die Lage ist dynamisch, wie Aachens Jugenddezernentin Susanne Schwier betont. Und sie ist vor allem dramatisch. Denn die tatsächlichen Löcher, die in den Personalplan der 56 städtischen Kitas gerissen werden, dürften noch viel größer sein. Erzieherinnen, die länger krank oder in Kur sind oder wegen einer Schwangerschaft nicht in der Kita arbeiten dürfen, tauchen in dieser Rechnung noch nicht einmal auf.

Für die Erzieherinnen und Erzieher, die den Personalmangel mit auffangen müssen, ist das eine enorme Belastung. Und letztlich natürlich auch für die Kinder und deren Eltern. Die haben jetzt in Aachen Post bekommen. Sie sollen angeben, welche Betreuungszeiten sie in den kommenden Wochen wirklich brauchen.

Nach mehr als zwei Jahren Corona ist also wohl weiter mit harten Zeiten zu rechnen. Denn der Herbst kommt erst noch. Und damit die Zeit mit einem traditionell hohen Krankenstand. Die Stadt Aachen ist zwar redlich bemüht, neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anzuwerben. Doch eins ist gewiss: Die so wichtige und anspruchsvolle Arbeit in der Kita muss attraktiver werden.

Apropos attraktiv: Das ist der Stadtteil Beverau allemal. Viel Grün, großzügig zugeschnittene Grundstücke. Wer möchte hier nicht in einem Einfamilienhaus wohnen? Und doch hat die Stadt Aachen den Bezirk als „Quartier mit besonderen Herausforderungen“ identifiziert. Wir wollen nicht von einem Problemviertel sprechen. Das wäre überzogen.

Unproblematisch ist die Situation aber nicht. Denn die Menschen in dem Wohnviertel werden immer älter. Das Medianalter ist dort laut Stadt auf 50 Jahre angestiegen. Viele Hochbetagte würden allein in ihren Häusern leben. Damit ändern sich auch Bedürfnisse.

Die Stadt will die Gelegenheit nutzen und Fördermittel in Millionenhöhe in die Beverau stecken. So soll der Stadtteil „zukunftsgerecht“ und „demografiefest“ umgebaut werden. Die Rede ist von einer Anlaufstelle, wo die Menschen zusammenkommen und auch Hilfe finden. Nachbarschaftszentrum statt sozialer Isolation, so die Devise.

Doch es geht natürlich noch um viel mehr – mehr Wohnraum nämlich. Rund um den ehemaligen Reiterhof Gut Branderhof sollen neue Bau- und Wohngruppen entstehen.

Es klingt attraktiv: Die Kinder sind lange aus dem Haus, die Gelenke spielen nicht mehr mit – warum nicht einfach innerhalb des selben Viertels, in dem man seit Jahrzehnten lebet, vom großen Haus in eine etwas kleinere und barrierefreie Wohnung ziehen und zeitgleich jungen Familien mit Kindern die Möglichkeit geben, sich räumlich zu vergrößern?

Eine Win-win-Situation sollte man meinen. Oder auch nicht? Dass diese Gedankenspiele der Stadt einigen Anwohnerinnen und Anwohnern überhaupt nicht schmecken, ist keine Überraschung. Veränderung ist immer schwierig. Selbst wenn sie „nur“ die schöne Aussicht aus dem Wohnzimmer betrifft, weil auf der einst idyllischen Wiese jetzt Wohnbebauung steht.

Das Dilemma der Stadt ist aber nicht wegzudiskutieren: Wohnraum wird in Aachen dringend benötigt. Und Flächen, auf denen solcher geschaffen werden kann, sind rar.

Eine Verändung gibt es auch für die Schülerinnen und Schüler der Grundschule Kornelimünster. Sie können seit Mittwoch endlich wieder am Abteigarten unterrichtet werden. Ein Jahr lang mussten sie täglich von Kornelimünster nach Burtscheid und wieder zurück pendeln, weil das verheerende Hochwasser vom Juli 2021 das Gebäude massiv beschädigt hat.

Trotz Material- und Fachkräftemangel, trotz Corona und trotz des russischen Angriffskriegs in der Ukraine mit all seinen Auswirkungen sind die Sanierungsarbeiten fristgerecht abgeschlossen worden. Das ist keine Selbstverständlichkeit und eine erfreuliche Nachricht in diesen Tagen. Dass die Turnhalle wohl erst Ende des Jahres fertig wird – geschenkt. Jetzt kann man nur hoffen, dass die Rückkehr zur Normalität nicht nur von kurzer Dauer ist. Stichwort Coronavirus ...

Wer die Rückkehr zur Normalität feiern will, hat dazu am Wochenende ausreichend Gelegenheit, beim Öcher Bend zum Beispiel oder bei der Krachparade. In diesem Sinne: ein schönes Wochenende!