Aachen: Das Flutlicht sorgt auch beim Projektleiter für Gänsehaut

Aachen : Das Flutlicht sorgt auch beim Projektleiter für Gänsehaut

Im Prinzip ist alles so, als ob man ins Wohnzimmer geht, auf den Schalter drückt, und das Licht geht an. Nur mit dem Unterschied, dass in dem „Wohnzimmer” knapp 22.000 Sessel stehen und noch 11.000 Stehgäste Platz haben.

Fast 10.000 Menschen haben im Lauf der letzten zwölf Monate bei Führungen die Baustelle besucht, und immer wieder tauchte mal die Frage auf, wo denn die Flutlichtmasten blieben. Die Zeiten der Leuchttürme in Fußballstadien sind unterdessen längst Geschichte.

Das wissen die Experten von der Firma Lichttechnik Hessling am besten, denn sie haben die Lampen im neuen Fußball-Stadion an der Krefelder Straße installiert. Nicht nur das. „Wir haben 80 Prozent der Sportstätten in Deutschland mit Licht versehen.

Zum Beispiel auch die Allianz-Arena in München”, bestätigt Planungsingenieur Peter Hansen die führende Stellung des Unternehmens, das im übrigen in Aachen nicht fremd ist. Schließlich tragen auch die Lampen an den Flutlichtmasten des Springstadions beim ALRV im übertragenen Sinn die Fingerabdrücke der Firma. Das Stadion wurde zur Reit-WM 2006 ausgestattet.

Aber auf Knopfdruck geht auch hier das Licht an. Den letzten Beweis hat die Generalprobe in der Nacht zum Dienstag erbracht - der neue Tivoli erstrahlte erstmals im vollen Glanz des Flutlichts.

Im Gegensatz zu Reit- setzt man in Fußballstadien auf das System der Rundumbeleuchtung, die für tageslichtähnliche Sichtverhältnisse sorgt. 156 Metalldampflampen mit jeweils 2000 Watt sorgen dafür, dass die Kicker kaum Schatten werfen und die Kameras der

Übertragungssender ausreichend mit homogenem Licht versorgt sind. Hansen und sein Kollege Josef Niehuis waren jedenfalls nach der Generalprobe sichtlich gelassen: „Wir haben die Anlage zum ersten Mal voll eingeschaltet. Alle Leitungen sind ok. Jetzt müssen wir nur noch letzte Feinjustierungen vornehmen.” Dazu lassen sich die Ingenieure mit einer sogenannten Hubstiege unter das Tribünendach hieven und sorgen mit Zielfernrohren für den optischen Feinschliff.

Diesen Moment hat sich natürlich auch der Projektleiter des Stadionneubaus, Stephan van der Kooi, nicht entgehen lassen. Schließlich handelte es sich auch für ihn um einen der letzten Meilensteine vor der Premiere am 17. August. „Das war in der Tat ein Gänsehautmoment”, gibt er unumwunden zu, dass die Erleuchtung auch für ihn etwas ganz besonders war.

Ansonsten strahlt auch er Gelassenheit aus. Das letzte Highlight sei die Lieferung der Möbel für die Business- und Lohen-Bereiche. „Die Zeit ist anstrengend, aber gut. Gottseidank geht es bald los.”