Aachen: Das Da Theater zeigt „Inside IS“: Kein Stück für schwache Nerven

Aachen: Das Da Theater zeigt „Inside IS“: Kein Stück für schwache Nerven

Was ist im Leben eines jungen Menschen passiert, dass er sich radikalisieren lässt? Haben Institutionen, Eltern und Freunde versäumt zu handeln? „Wir sind weit davon entfernt Antworten auf all die wichtigen Fragen geben zu können“, sagt Tom Hirtz, künstlerischer Leiter des Das Da Theaters und Regisseur des Bühnenstücks „Inside IS“.

„Dennoch zeigt unsere Inszenierung eine große Geschichte und viele Perspektiven zu dem Thema Radikalisierung“, erklärt er.

„Inside IS“ ist ein Schauspiel von Yüksel Yolcu nach Motiven des Buches „Inside IS — 10 Tage im ‚Islamischen Staat‘“ von Jürgen Todenhöfer. Der dokumentarische Report Todenhöfers liefert die Basis für das Schauspiel. Yolcu ergänzte einen zweiten Handlungsstrang durch eigene Recherchen und Gespräche mit einem Imam, der mit jungen Muslimen im Gefängnis arbeitet. Daraus ist eine Bühneninszenierung entstanden, die verschiedene Schicksale mit Begegnungen mit IS-Kämpfern voller Widersprüchen und großen Emotionen verknüpft.

„Wir freuen uns sehr auf die Premiere“, betont Hirtz, „es ist die größte Produktion seit ‚Linie 1‘ vor mehr als drei Jahren. Das gesamte Ensemble plus Gäste sind bei dem Stück involviert. Außerdem sind wir das erste Theater in Deutschland, dass das Stück nach der Uraufführung in Berlin im Oktober 2016 spielt.“

Im Gegensatz zur Uraufführung setzt das Team des Das Da Theaters auf einen modernen multimedialen Einsatz. „Im Stück dokumentieren Todenhöfer und sein Sohn ihre Reise nach Syrien filmisch. Durch unseren Filmeinsatz werden wir den Zuschauern zeigen, dass nicht immer alles so real ist, wie es im Film zu sein scheint. Man hinterfragt vieles und muss manchmal eben genauer hinsehen“, erklärt Achim Bieler, Verantwortlicher für die Videosequenzen im Stück

Das 85 Minuten lange Stück richtet sich primär an Erwachsene und ist für Jugendliche ab 15 Jahren geeignet. Die Premiere des brisanten und imposanten Stücks findet am Donnerstag, 18. Januar, statt und ist wie viele weitere Vorstellungen ausverkauft. Karten gibt es unter anderem noch am Karnevalswochenende — als eindrückliches Kontrastprogramm.