Aachen: Das Da Theater spielt Shakespeare auf Burg Frankenberg

Aachen: Das Da Theater spielt Shakespeare auf Burg Frankenberg

„Es war die Nachtigall und nicht die Lerche” - große Zeilen eines oft gespielten Weltklassikers. Das Das Da Theater wagt sich erneut an die Interpretation des unvergessenen Liebesdramas „Romeo und Julia” von Shakespeare.

Dass Regisseur Tom Hirtz dabei ganz nah am Urtext bleibt und auch sonst darauf setzt, den Charakter des Stückes aus dem 16. Jahrhundert möglichst authentisch zu transportieren, wird Freunde des klassischen Theaters verzücken.

Warum eine erneute Inszenierung immer noch reizt, erklärt Hirtz: „Mit welcher Konsequenz Romeo und Julia ihre Liebe verteidigen, mit welcher Wucht sie durch das Leben fegen - so eine Dramatik findet sich nur in wenigen Stücken.” Oft kopiert, nie erreicht. Eine zeitlose Thematik also, was Hirtz dazu veranlasste, das Liebespaar im Verlauf des Stückes denn doch einer unvorhergesehenen Wandlung zu unterwerfen. „Der Grundtenor der Aufführung bleibt jedoch ganz klar im Stil Shakespeares”, versichert der Theaterleiter.

Nicht zuletzt überzeugt in diesem Sinne auch das Bühnenbild. Die Kulisse der Burg Frankenberg, in deren Innenhof das Das Da Theater seit 1991 jeden Sommer gastiert, ist geradezu prädestiniert für die tragische Geschichte der beiden Liebenden, die aufgrund von Intrigen und massiver Feindseligkeiten zwischen ihren Familien nicht zu einander finden dürfen. Zwischen Türmen, Zinnen und Burgbalkon symbolisieren einzig zwei riesige bewegliche Stahlgestelle die berühmten Häuser Montague und Capulet. Frank Rommerskirchen (Bühnenbild, Kostüme) hat im reizvollen Burgambiente die Ausstattung bewusst reduziert gehalten. So können die Zuschauer, wenig abgelenkt durch optische Schnörkel oder Lichteffekte, die dramatische Geschichte über die verbotene Liebe zwischen Romeo und Julia ganz unmittelbar auf sich wirken lassen. Philipp Scholz ist dabei erstmals überhaupt auf der Das-Da-Bühne und in der Rolle des jungen Liebhabers zu erleben; Julia wird verkörpert von Franziska Holitschke.

Und wenn im Burghof der Mond wahrhaftig hinter Kastanien aufgeht, während Julia sich leidvoll von ihrem Liebsten verabschiedet, dann scheint die Geschichte um die Häuser Capulet und Montague wieder zum Greifen nah. Eben zeitlos schön.

Die Vorstellungen von „Romeo und Julia” in der Burg Frankenberg laufen von Donnerstag, 17. Juni, bis Sonntag, 1. August, täglich außer montags um 21 Uhr.

Die Karten kosten 20 Euro (13 Euro ermäßigt) und sind erhältlich im Theaterbüro, Liebigstraße 9, 161688 sowie im Buchladen Pontstraße 39,28008.

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