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Aachener Schaustellerverband: Das Besondere an alten Karussells

Aachener Schaustellerverband : Das Besondere an alten Karussells

Das historische Karussell von Rolf Lentzen dreht sich seit 1963. Der 2. Vorsitzende des Aachener Schaustellerverbandes erklärt, was das Besondere an alten Karussells ist, aber auch, wie hart Corona seine Branche trifft.

Wie lange ist das Karussell schon in Ihrem Besitz?

Rolf Lentzen: Es ist ein Jahr jünger als ich und gehörte meinen Eltern. Ich bin also schon als Kind darauf gefahren und hänge sehr daran. Man muss sich allerdings auch gut darum kümmern, wie um gute Schuhe.

Dazu haben Sie ja derzeit viel Zeit, oder?

Lentzen: Zeit habe ich im Moment mehr, als ich möchte. Eigentlich wären wir jetzt auf der Maikirmes in Euskirchen, davor in Düren.

Können Sie die Zeit denn nutzen?

Lentzen: Am Anfang schon. Die Autos und auch die Pferde sind alle aus Holz. Da muss nach dem Weihnachtsmarkt in der Winterpause immer einiges aufwendig restauriert werden, auch der Lack ist sehr anfällig. Aber das ist auch alles teuer, jetzt haben wir unsere Rücklagen verbraucht.

Haben Sie Soforthilfe beantragt?

Lentzen: Das haben wir – und auch bekommen. Es ist natürlich ehrenwert, dass unsere Regierung das zahlt, aber es reicht hinten und vorne nicht, um die laufenden Kosten zu begleichen. Und das geht der ganzen Branche so. Viele bangen um ihre Existenz.

Was denken Sie, wann es für Sie wieder losgeht?

Lentzen: Wir sind wahrscheinlich die Letzten, die wieder an den Start gehen dürfen. Ich hoffe, dass wenigstens der Weihnachtsmarkt stattfindet. Aber selbst wenn, wird es nicht mehr so sein wie vorher. Die Welt nach Corona wird eine andere sein.

Gibt es Alternativen?

Lentzen: Einen Imbisswagen kann man an anderer Stelle aufstellen, aber das ist nicht mehr als ein Tropfen auf den heißen Stein.

(red)