Aachen: Dach- und Spielgarten für Kinderkrebsstation des Uniklinikums

Aachen : Dach- und Spielgarten für Kinderkrebsstation des Uniklinikums

Wenn Prof. Dr. Udo Kontny vom neuen Dach- und Spielgarten erzählt, ist er sichtlich berührt. Kontny ist Leiter der Pädiatrischen Onkologie an der Universitätsklinik, der Kinderkrebsstation. Seit einigen Tagen hat diese einen neuen Dach- und Spielgarten.

In ihrem schwierigen Alltag biete er den jungen Patienten zumindest temporär die Möglichkeit, Kind zu sein. Prof. Dr. Kontny erfüllt es mit Freude, wenn er die Kinder beim Spielen oder Entspannen beobachten kann. „Ein solches Projekt braucht eigentlich gar keine offizielle Übergabestunde, um seinen Wert zu erkennen“, lobte Kontny bei der Eröffnungsfeier in Anwesenheit zahlreicher Spender.

Möglich gemacht hat den Dachgarten der Förderkreis „Hilfe für krebskranke Kinder Aachen“, der in den vergangenen drei Jahren über 250.000 Euro in die Ausgestaltung investiert hat. Der Verein unterstützt bereits seit Jahrzehnten Familien, deren an Krebs erkrankte Kinder im Klinikum behandelt werden. Mit der Fertigstellung des Dachgartens wurde jetzt ein Großprojekt vollendet.

Werner Harwardt, der Vorsitzende des Vereins, kann sich den Worten von Prof. Dr. Kontny nur anschließen. „Wenn ein Kind seinen Eltern sagt: ‚Ich bin mal kurz auf dem Sonnendeck‘ — dann ist das der größte Lohn, den wir bekommen können“, erklärte der Vorsitzende. Die Tatsache, dass der Dachgarten angenommen werde und den Kindern Freude und Entspannung verschaffe, ist für ihn die schönste Bestätigung.

Dabei sei die Umsetzung längst kein Selbstläufer gewesen. Vor allem die Statik hatte Harwardt einen Strich durch die Rechnung gemacht. „Wir mussten feststellen, dass das Dach eigentlich gar nicht zusätzlich belastbar ist“, sagte Harwardt. Deshalb hätten zehn Tonnen Material abgetragen werden müssen, um im Gegenzug den Dachgarten auszustatten. Hinzugekommen sei, dass das Universitätsklinikum seit 2008 unter Denkmalschutz stehe. Dies hätte ebenfalls berücksichtigt werden müssen.

Harwardt wurde bei der offiziellen Eröffnungsfeier nicht müde zu betonen, wer für die Fertigstellung des Gartens letztlich verantwortlich ist. „Ihrer Großzügigkeit allein ist dieses Projekt zu verdanken“, sagte der Vereinsvorsitzende in Richtung der zahlreichen Spender. Zugleich rief er die Mitglieder dazu auf, dem Verein auch in Zukunft treu zu bleiben. Das nächste Großprojekts des seit 33 Jahren agierenden Förderkreises steht an.

Mehr von Aachener Zeitung