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Die Woche in Aachen: Da steht ein Bus – und keiner will mitfahren ...

Die Woche in Aachen : Da steht ein Bus – und keiner will mitfahren ...

Busse, die leer bleiben, ein Bargeldversprechen der Sparkasse und ein Barde ohne offizielle Stimme – das waren Themen der Woche. Ein Rückblick.

Wir wollen den Blick auf die Woche nicht allzu flapsig beginnen. Aber vielleicht darf‘s ein Zitat sein? „Hello again!“, zum Beispiel. Unser aller Howard Carpendale pflegt das zu singen, wenn er durch die Lande tingelt. Oder über die Dörfer. Neben den größeren Hallen müssen es bisweilen auch die kleineren Wiesen tun. Zum Beispiel in Walheim. Dort soll „Howie“ – wie auch sicher Sie ihn liebevoll zu nennen pflegen – kommenden Freitag auftreten. Das heißt: Er wird auftreten, das ist sicher. Wenn auch angesichts schleppenden Kartenverkaufs fraglich ist, vor wie vielen Fans. Warum das diese Woche noch einmal Thema war? Weil es noch einmal die Erinnerung weckte an einen kuriosen Auftritt der wohl berühmtesten getönten Brille Deutschlands. Auch Heino ging in Walheim aufs Feld, aber dabei – so sagt es der Veranstalter – sang er nicht (was nicht die schlechteste Variante sein muss), sondern soll nur die Lippen bewegt haben. Zum Vollplayback (was auch nicht wirklich spaßig klingt). Jetzt wird um Gage und Renommee gestritten. Zumindest singt dabei keiner. Was auch schonmal ein Erfolg ist.

Wenden wir uns der angenehmen Seite des Lebens zu: Geld. Wenn man keines hat, holt man es – eine entsprechende Deckung des Kontos vorausgesetzt – aus dem Automaten. Bisher. Denn davon wird es in absehbarer Zeit immer weniger geben. Aus nachvollziehbaren Gründen, vor allem, wenn die Teile in Wohnhäusern oder in deren unmittelbaren Nähe stehen. Da es  in kriminellen Kreisen offensichtlich wieder schwer in Mode ist, die Teile in die Luft zu sprengen, gibt es zum Abbau keine Alternative. Wichtig ist nur: Ein „gut zu erreichendes Bargeldangebot“ soll trotzdem gewährleistet sein, sagt zum Beispiel die Sparkasse. Für einen kleinen Wegweiser wären sicherlich nicht wenige dankbar...

Apropos Geld: Die Stadt hat davon auf Wunsch des Stadtrates einen ganzen Batzen in die Hand genommen, um dem Verkehrskollaps vorzubeugen. Was sicher gut gemeint war. Und auch gut gemacht. Aber leider ohne Erfolg. Was auch mit einer massiven Fehleinschätzung zu tun hat. Im Vorfeld der Brückenabrisses Turmstraße wurden alle möglichen Szenarien errechnet, wie sich der Verkehr denn rund um die Großbaustelle entwickeln würde. Allen Einschätzungen gemein war: Es kommt zu erheblichen Problemen. Kommt es aber nicht. Und daher sieht natürlich auch kein Mensch die Notwendigkeit, den Pkw stehen zu lassen und – zum Beispiel – auf dem eigens dafür eingerichteten P&R-Platz in Rich-
terich auf den Bus umzusteigen. 400.000 Euro in den Sand gesetzt. Pech gehabt.

Natürlich steckt hinter dem Dilemma ein Fehler im System. Allenfalls an ganz wenigen Tagen – zum Beispiel in der Vorweihnachtszeit, wenn selbst die notorischsten Online-Shopper zum Einkaufen in die Stadt wollen – ist die City dicht. Ansonsten gilt: Fahren wir bis vors Rathaus, also fast... So haben die P&R-Plätze in Aachen nicht mehr als eine Alibifunktion. Man tut etwas zur Förderung des ÖPNV. Na prima. Nur wenn der Nahverkehr in Sachen Schnelligkeit, Komfort und Zuverlässigkeit wirklich eine Alternative ist, kann der Umstieg gelingen. Busse brauchen eigene Fahrwege, unabhängig vom Pkw-Verkehr. Wenn wir schon keine Schiene haben – man darf dem Projekt Stadtbahn auch an dieser Stelle ruhig noch einmal nachtrauern – muss dem Busverkehr auf den großen Verkehrsachsen entsprechender Raum gegeben werden. Pläne dazu gibt es übrigens. Aber die Umsetzung dauert und dauert und dauert. Und sie kostet sehr viel Geld.

Prima ins Bild passt da in dieser Woche die Berichterstattung über die Ticketautomaten der Aseag. Die gibt es nämlich nicht mehr. Seit vier Jahren! Manch einem ist es erst aufgefallen, als er ein Neun-Euro-Ticket „ziehen“ wollte. Dass an den ehemaligen Standorten jetzt Schaffner stehen und Tickets per Hand abstempeln, ist übrigens ein Gerücht ... Automaten, die den Namen im digitalen Zeitalter auch verdienen, sollen jetzt in Kürze sukzessive aufgestellt werden. Immerhin.

In der Soers laufen die letzten Vorbereitungen für den CHIO. Nach der abgespeckten Version des Vorjahres soll wieder (fast) alles wie immer sein. Corona gibt es wahrscheinlich noch nicht einmal als Biersorte auf dem Turniergelände. Große Events sind überall wieder völlig normal, warum soll der „Tschio“ eine Ausnahme machen? Eben.

In diesem Sinne: schönes Wochenende!

a.peltzer@medienhausaachen.de