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Coronavirus in der Städteregion Aachen: Vier Schulen zu

Coronavirus : Vier Schulen in der Städteregion bleiben geschlossen

Am Sonntagnachmittag gab der städteregionale Krisenstab bekannt, dass es in Aachen vier und in der weiteren Städteregion fünf bestätige Corona-Fälle gibt. Eine Grundschule bleibt am Montag geschlossen, drei weitere Schulen werden mindestens eine Woche geschlossen bleiben.

Eine Mitarbeiterin der Regenbogenschule in Stolberg, die aus Herzogenrath stammt, war positiv auf das Virus getestet worden.

An der Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule in Kohlscheid war ein junger Mann ebenfalls positiv getestet worden, auch an dieser Schule fällt für mindestens eine Woche der Unterricht aus. Herzogenraths Bürgermeister Christoph von den Driesch erklärte jedoch, dass das Gebäude dennoch nutzbar bleibe. Das bedeutet, dass Anmeldungen für das kommende Schuljahr wie geplant und angekündigt vor Ort vorgenommen werden können.

Bleibt ebenfalls vorerst geschlossen: Die Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule in Kohlscheid. Foto: MHA/Jan Mönch

Eine junge Frau aus Heinsberg, die dort positiv auf das Coronavirus getestet worden ist, besucht das Paul-Julius-Reuter Berufskolleg der Städteregion in Aachen. Auch wenn ihr Krankheitsverlauf mild ist, hat die Städteregion als Schulträger entschieden, das Berufskolleg vorsorglich zu schließen. Ebenfalls bis mindestens 8. März.

Am frühen Sonntagabend wurde zudem bekannt, dass eine Lehrerin der Grengrachtschule in Baesweiler als Verdachtsfall gilt. Für sie gilt deshalb derzeit vorsorgliche häusliche Quarantäne. Auch, wenn es derzeit noch kein Testergebnis gibt, wird die Schule auf Veranlassung der Stadt Baesweiler vorsorglich zumindest am Montag, 2. März, geschlossen bleiben. Der Standort Beggendorf ist nicht betroffen.

Dieses Vorgehen weicht von der bisherigen Linie ab, Schulen nur bei Vorliegen eines bestätigten Falles zu schließen. „Es ist den Eltern aber nicht zuzumuten, am Montagmorgen noch schnell eine Betreuung für Ihre Kinder zu organisieren. Auch, wenn es auch medizinischen Gründen derzeit nicht geboten ist, wird im Sinne der Eltern und Kinder in diesem Fall von dem Vorgehen abgewichen. Am Montag wird das Testergebnis vorliegen und auf dieser Basis eine weitere Entscheidung getroffen werden“, so der Baesweiler Bürgermeister Willi Linkens und der Gesundheitsdezernent der Städteregion Aachen, Dr. Michael Ziemons.

Hart getroffen hat das Coronavirus eine ganze Gruppe Jugendlicher, die sich am Samstag vom Käthe-Kollwitz-Berufskolleg der Städteregion in Aachen eigentlich zu einer Klassenfahrt in Richtung Österreich aufgemacht hatte. Denn eine der Jugendlichen in dem Reisebus gehörte zu den Kontaktpersonen des Elftklässlers an Maria-Sibylla-Merian-Gesamtschule in Kohlscheid. Erst nachdem der Bus unterwegs war, hatte ein Arzt der jungen Frau die Behörden über ihren Gesundheitszustand informiert. Obwohl sich die junge Frau nicht gut fühlte, hatte sie die Klassenreise nicht verpassen wollen. Der Bus – mittlerweile schon in Österreich – drehte um und wurde dann aber vorrübergehend in Bayern festgehalten.

Man habe nicht damit gerechnet, dass die bayrischen Behörden den Bus nicht nach Aachen fahren lassen wollten. In Aachen hatte man sich bereits auf einen Test der jungen Frau vorbereitet, hatte Michael Ziemons, Gesundheitsdezernent der Städteregion, betont. Die junge Frau musste stattdessen vor Ort ins Krankenhaus auf eine Isolierstation, ihre Mitschülerinnen und Mitschüler wurden auf Feldbetten in einer Turnhalle untergebracht. Erst am Sonntagvormittag konnte die Gruppe die Heimreise antreten. Das Ergebnis des Tests ergab, dass die Schülerin nicht am Coronavirus erkrankt sei.

Nicht alle Klassenfahrten werden automatisch abgesagt

Holger Benend von der Pressestelle der Städteregion betont, dass eine bestätigte Erkrankung nicht automatisch zur Schließung einer Einrichtung führe. „Wenn wir von einem bestätigten Coronavirus-Fall wissen, dann entscheiden wir individuell, wie zu verfahren ist.“ Das gelte für Schulen wie für Kindertagesstätten gleichermaßen. Benend erklärt, dass aufgrund der aktuellen Lage keine Notwendigkeit bestehe, Klassenfahrten wie die des Käthe-Kollwitz-Berufskollegs grundsätzlich abzusagen – auch nicht, wenn sie nach Italien gehen. „Nicht ganz Italien ist als Risikogebiet eingestuft“, sagt Benend.