Comedy, Satire und Slapstick im Saalbau Kappertz

Kappes-Kleinkunst-Klub : „Ein gesundes Maß an Beklopptheit“

In gewohnt komisch-satirischer Manier eröffnet der Kappes-Kleinkunst-Klub die Session mit einer bunten Comedy-Show. Der Abend ist auch der Startschuss für den Vorverkauf des Kappesballs 2019.

Eigentlich war es von vorne herein klar. Schließlich wissen die alternativen Jecken seit zig Jahren, wie der Hase läuft. Da braucht es kein großes Tamtam, sondern das, worauf es ankommt und was seit jeher zieht: Comedy, Satire und Slapstick im typischen Stil des Kappesball-Ensembles. Beim Kappes-Kleinkunst-Klub präsentierten die Mitglieder des Kappes-Ensembles nicht nur einen bunten Mix aus ihrem aktuellen Bühnenprogramm, gleichzeitig diente die Veranstaltung als Startschuss für den Ticketvorverkauf für den kommenden Kappesball 2019.

Michael Dannhauer und Thorsten Neumann führten als „Hoppla – das Duo“ durch das Programm. Ohne Übertreibung lässt sich sagen, dass sich im Wohnzimmer des Ensembles, der Kappertzhölle, die Kleinkunst in ihrer ganzen Bandbreite zeigte.

Den Auftakt machte Sören Leyers, der mit Gitarre über die Ursachen von leeren Spielplätzen philosophierte. Denn entweder seien die Kinder beim Frühförderkurs für Quantenphysik, hätten eine Sandunverträglichkeit oder ihnen werde das Betreten des Sandkastens aus religiösen Gründen verboten, so Leyers.

Aber nicht nur frühkindliche Aufenthaltsräume bieten allerhand Satirestoff. Mindestens genauso interessant ist jedes Jahr aufs Neue das heimische Lokalkolorit. Und dass es in dem Bereich eine Menge zu bereden gibt, machten Neumann und Dannhauer deutlich. „Der Leerstand in der City ist ja nun wirklich vielfältig. Statt sprudelnder Vielfalt könnte man doch auch von bröselnder Vielfalt sprechen. Einfach die leerstehenden Lokalitäten mit Bäckereien und Dönerläden füllen. Quasi eine Backerlebniswelt für Jung und Alt, witzelte Neumann.

Mit dem „Duo Diagonal“ erhielten Anmut, Grazie und Charme Einzug auf der Bühne. Deana Kozsey und Holger Ehrich präsentierten nicht nur ein mentales und sensationelles Kartenexperiment, sie wussten auch, wie man sich gekonnt zu fetziger Musik locker-fesch bewegt und lässig den Rhythmus aus der Hüfte mitgroovt. Die Verteidigungstechniken mit der slowenischen Bärentatze für die moderne Frau waren das i-Tüpfelchen der Performance. Nicht fehlen durfte Kurt Radermacher. Das Öcher Original, das so tief singt, dass ihn nur Wale hören können, ist beim Kappesball Schirmherr für Aachener Mundart.

Neben bekannten Künstlern freut sich das Ensemble auf zwei Neuzugänge, die beim Kappesball ab dem 22. Februar ihr Talent unter Beweis stellen. Die Luftartistin Dorice Arsenopoulou und der Entertainer Heinz Grönig haben die Voraussetzung erfüllt und sind gespannt auf ihren ersten Auftritt in der Kappertzhölle. „Die beiden Neuen haben ein gesundes Maß an Beklopptheit und verfügen über abstruse Absurditäten. Genau richtig für uns“, so Dannhauer. Na dann kann die alternative Session in gewohnt komischer, satirischer und artistischer Art ja kommen.

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