Aachen: Clevere Vernetzung spart Firmen viel Geld

Aachen : Clevere Vernetzung spart Firmen viel Geld

Klingt komplex, ist aber schlicht erfolgreich — und Thema der kommenden 24. ERP-Tage in Aachen vom 20. bis zum 22. Juni: Ein bedeutender Wendepunkt für das produzierende Unternehmen von heute — von der Süßwarenfabrik bis zum Parfümfabrikanten — ist Industrie 4.0, auch vierte industrielle Revolution genannt.

Industrie 4.0 steht seit 2011 für die massenhafte Verbindung von Informations- und Kommunikationstechnologien mit der industriellen Produktion. Die bloße Verbindung von Technologien und IT-Systemen trifft jedoch nicht den eigentlichen Sinn von Industrie 4.0: „Der wesentliche wirtschaftliche Hebel von Industrie 4.0 liegt in der Beschleunigung unternehmerischer Entscheidungs- und Anpassungsprozesse“, betont der Institutsdirektor des FIR an der RWTH Aachen, Professor Günther Schuh.

Informationen zu eintretenden Ereignissen müssen schneller zur Verfügung stehen. Diese Informationen gilt es in kürzester Zeit zu analysieren, um auf dieser Basis Handlungsmaßnahmen auswählen und umsetzen zu können. Um die beschriebene Verkürzung von Entscheidungsprozessen im Unternehmen herbeizuführen, muss eine intelligente organisationsweite Vernetzung von Technologien und IT-Systemen stattfinden.

Zur Informationsverarbeitung in der Produktion sehen Experten nach wie vor Enterprise-Resource-Planning-Systeme (ERP) als wichtigste Software-Domäne. „Hinter digitalen Prozessen stehen immer häufiger mächtige Softwarelösungen mit einer sehr hohen Durchdringung in nahezu allen Unternehmensbereichen“, bestätigt Professor Volker Stich, Geschäftsführer des FIR.

Jedoch bietet ein Großteil der Lösungen zur Planung und Steuerung der Produktion lediglich oberflächliche Unterstützung und sind als alleinige Lösung den heutigen Anforderungen, unter anderem in der Produktions(fein)planung, nicht mehr gewachsen. Zunehmend werden Manufacturing-Execution-Systems (MES) als Befähiger der digitalen Transformation gehandelt, da sie das Bindeglied zwischen der kommerziellen Unternehmenssoftware (ERP) und dem Shopfloor — der Ausführungsebene des Produktionsprozesses — bilden.

Genau diesen zeitgemäßen Aufgabenstellungen widmet sich intensiv das FIR als branchenübergreifende Forschungseinrichtung an der RWTH Aachen auf dem Gebiet der Betriebsorganisation und Unternehmensentwicklung. Für einen direkten Transfer der Ergebnisse aus Forschung und Praxis veranstaltet das FIR bereits zum 24. Mal die Aachener ERP-Tage, welche 2017 unter dem Motto „ERP und MES — Intelligente Vernetzung auf dem Weg zu Industrie 4.0“ stattfinden.

Mit vorgelagertem Praxistag (20. Juni) sowie Fachtagung und Ausstellerforum (21. und 22. Juni) bietet das FIR den Teilnehmern ein kompaktes Leistungspaket im Bereich Produktions- und Logistikoptimierung. „In dieser Kombination erhalten Teilnehmer wertvolle Eindrücke zur Steigerung und Nutzung Ihrer Unternehmenspotenziale“, verspricht der für die Veranstaltung verantwortliche Bereichsleiter des Produktionsmanagements am FIR, Jan Reschke.

In der Fachtagung stellen Referenten aus Industrie und Wissenschaft aktuelle Entwicklungen und Trends zum Thema ERP und MES im Kontext von Industrie 4.0 vor. Das parallel stattfindende Ausstellerforum und die angeschlossene Demonstrationsfabrik Aachen (DFA) verknüpfen dabei die theoretischen Inhalte der Fachtagung passgenau mit praktischen Lösungen.

Alle weiteren Informationen findet man auf der Veranstaltungshomepage unter der Adresse www.erp-tage.de.

(red)
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