Aachen: Citykirche feiert Gottesdienst und Fest der Begegnung mit Flüchtlingen

Aachen: Citykirche feiert Gottesdienst und Fest der Begegnung mit Flüchtlingen

Das Bild der großen Willkommenskultur, die noch vor einem Jahr herrschte, hat Risse bekommen. Wut, Hass und das Schüren von Angst sind bei vielen Menschen in den Vordergrund getreten. „Wir haben ja nichts gegen Flüchtlinge, aber…..“.

Was auf das „Aber“ folgt, sind leider nicht selten ausländerfeindliche Stammtischparolen. Um dieser Entwicklung und Stimmung entgegenzuwirken, veranstalten Amnesty International, der Katholikenrat Aachen Stadt und die Citykirche am Dienstag, 6. September, 19 bis 21 Uhr, unter dem Motto „Wir grenzen auf — auf der Kippe“ einen Gottesdienst mit integriertem Fest der Begegnung in der Citykirche.

Jeder kann teilnehmen

„Aktuelle Studien belegen, dass es dieses Jahr bereits fünf Mal mehr Übergriffe auf Flüchtlingsheime gibt als noch vor zwei Jahren. Mit Blick auf die interkulturelle Woche, die ebenfalls im September stattfindet, möchten wir dem Rassismus entgegenwirken“, erzählt Ingeborg Heck-Böckler, Referentin für politische Flüchtlinge bei Amnesty International.

Der Abend, der mit einem Gottesdienst beginnt, rückt vor allem das Zusammensein in den Fokus, wie Dieter Spoo, Pastoralreferent der Citykirche, betont: „Das Ganze hat zwar einen feierlichen Rahmen, aber es können auch Menschen teilnehmen, die nicht dem christlichen Glauben angehören. Wir zeigen an dem Abend eine Wippe als Symbol der Willkommenskultur. Anfangs herrschte Euphorie über die Ankunft der Flüchtlinge, heute hat sich das Blatt gewendet. Wir möchten, dass es ein Gleichgewicht ist.“

Herausforderung für beide Seiten

Dabei ist es wichtig, dass beide Seiten einen ersten Schritt wagen, denn die Erwartungen und Ansprüche vieler Bürger decken sich oft nicht mit Realitäten und Erwartungen der Flüchtlinge bezüglich unserer Lebensweisen. Die Citykirche folgt einem christlichen Grundsatz und steht für Gastfreundschaft und Begegnung. Mit kleinen ausländischen Speisen und Getränken hoffen die Initiatoren, dass eventuelle Vorurteile auf beiden Seiten abgebaut werden können.

„Gesellschaftliche Probleme werden oft den Menschen angelastet, die zu uns geflohen sind und Schutz suchen, aber das darf nicht sein. Deshalb wünschen wir uns, dass die Veranstaltung einen Teil dazu beiträgt, unvoreingenommen aufeinander zuzugehen“, ergänzt Heck-Böckler.