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Chor aus "Der beste Chor im Westen" tritt in Aachen auf

Bekannt aus „Der beste Chor im Westen“ : Flow begeistert im Alten Kurhaus

Das Konzert beginnt am Samstag um 20 Uhr. Um 18.45 Uhr hat sich schon eine erkleckliche Menge Menschen vor der Tür des Alten Kurhauses angesammelt, um die besten Plätze im Ballsaal für sich zu reservieren. Bei der Premiere am Freitag sah es ähnlich aus. Es muss also eine beliebte Formation spielen.

In der Tat: Flow – die Vocal Band der Musikschule Aachen – hat jede Menge Fans. Dabei gibt es den Chor von Leiter Luc Nelissen erst seit zwei Jahren.

Richtig bekannt geworden ist die A-cappella-Gruppe aus 30 jungen Sängerinnen und Sängern durch die Teilnahme am WDR-Chorwettbewerb „Der beste Chor im Westen“ Ende vergangenen Jahres. Dort erreichte sie den zweiten Platz – die Fachjury sah sie sogar mehrheitlich als Gewinner. „Seitdem haben wir unglaublich viele Anfragen – von Sängern, Konzertausrichtern und Fans“, berichtet Bassist Moritz Weißer. „Und einige von uns sind auf der Straße oder beim Bäcker angesprochen worden“, so Altistin Annkathrin Meyer. „Es gab unglaublich viele liebe Rückmeldungen“, ergänzt Tenor Nils Vinke.

Wenige Neuzugänge

Neu aufgenommen hat Nelissen allerdings nur wenige. „30 ist eine gute Größe für den Chor. Wenn Sie allerdings noch ein paar tiefe Bässe herumliegen haben, wäre ich nicht abgeneigt“, sagt er grinsend. Zumindest die Fans bekamen aber ein Bonbon: Die ersten zwei abendfüllenden Auftritte nur mit der Performance von Flow. „Gemessen an der Nachfrage hätten es auch drei Termine sein können“, erklärt Nelissen trocken.

Die Fernseh-Kurzauftritte, pro Song standen allen Chören nur zweieinhalb Minuten zur Verfügung, haben also eine wirklich nachhaltige Wirkung. Nicht nur, was die Fan-Base betrifft. „Im Fernsehstudio mussten wir ja in ganz kurzer Zeit nicht nur das Publikum im Saal begeistern, sondern auch die Fernsehzuschauer durch die Kamera hindurch. Nicht nur die Stimme ist wichtig – das haben wir gelernt“, meint Annkathrin Meyer. Wirklich sichtbar aufstampfen bei „Human“ von Rag’n Bone Man, war da zum Beispiel gefragt. „Uns wurde vorher sogar gesagt, auf welchen Fuß die Kamera geht“, erinnert sich Tenor Nils Vinke auch ein wenig kopfschüttelnd. Dennoch unterschätzt keiner die Notwendigkeit von Bühnenpräsenz.

Und da haben die 30 jungen Leute in den vergangenen Monaten – neben den Fernsehauftritten bestritten sie auch einen klassischen Chorwettbewerb in Maastricht, Ergebnis ebenfalls ein zweiter Platz – tatsächlich eine ganze Menge gelernt, wie sie bei ihren eigenen Konzerten am Wochenende zeigten. Singen können die Frauen und Männer ohnehin gut, mitreißen können sie jetzt noch mehr. Und zwar nicht nur mit Knallern wie „Smooth Criminal“ von Michael Jackson oder dem Daft-Punk-Madley, das ihnen auch schon den Einzug ins Halbfinale bei der WDR-Show sicherte. „Hier können wir auch beweisen, dass wir auch eine ruhigere Seite haben“, meinte Annkathrin Meyer. Die sie ebenso sicher und ausdrucksstark beherrschen: „Mother and Child Reunion“ von Paul Simon mit Chantal als Solistin war ein Höhepunkt des Abends.

Viele offene Wünsche hat Flow also nicht mehr: Die ersten eigenen Konzerte sind super gelaufen, die nächsten Auftritte sind fix, zum Beispiel bei der Chorbiennale und beim September-Special (weitere Termine unter www.flowchor.de) – „und bei aller Blödelei bei den Proben wissen wir, dass es auf der Bühne funktioniert, jeder ist voll da“, erklärt Moritz Weißer. „Jetzt fehlt uns eigentlich nur noch ein Sponsor für 30 Handmikrofone, damit wir unabhängig vom Auftrittsort immer gut rüberkommen“, fällt Nelissen dann doch noch etwas ein.