Aachen: CHIO wird digitaler: Spielereien aus dem 3D-Drucker

Aachen : CHIO wird digitaler: Spielereien aus dem 3D-Drucker

Von dem „fantastischen Sport“ und den „perfekten Bedingungen für die Pferde“ ist naturgemäß oft die Rede, wenn Reitprofis wie Dressurreiter Sönke Rothenberger oder Springreiterin Laura Klapphake oder auch Turnierdirektor Frank Kemperman über den CHIO sprechen. Doch das alljährliche Reitturnier in der Soers bietet ja noch so viel mehr, wie etwa Carl Meulenbergh zu berichten weiß.

„Im vergangenen Jahr habe ich die zwölf Bloggerinnen getroffen“, erzählt der Präsident des Aachen-Laurensberger Rennvereins (ALRV). Sie hätten seinerzeit ihr Bestes gegeben, ihm Dinge wie Instagram zu erklären. „Noch heute bekomme ich manchmal nachts nach Mitternacht Nachrichten von ihnen“, berichtet Meulenbergh sichtlich amüsiert. Die erhält Aachens Oberbürgermeister Marcel Philipp nicht, wie er ebenso sichtlich amüsiert bemerkt.

Dennoch freut sich auch Philipp neben seiner langen Liste an Pflichtterminen vor allem auf die Gespräche, die man beim CHIO häufig auch nebenbei führt. Denn in der Soers gebe es nicht nur Spitzensport und viele prominente Gäste. „Hier treffen sich die Öcher auch selbst“, beschreibt der OB den Volksfestcharakter des Reitturniers, das sogar die Zeitrechnung in Aachen bestimme: „Hier gibt es eine Zeit vor dem Turnier, während des Turniers und danach.“

Erstmals in diesen Kategorien denkt auch Jan Borchers. Denn der Professor für Medieninformatik der RWTH Aachen arbeitet seit wenigen Wochen mit dem ALRV zusammen, damit der CHIO weiterhin „eine Vorreiterrolle in Sachen Digitalisierung spielt“, wie es Turniervermarkter Michael Mronz, Geschäftsführer der Aachener Reitturnier GmbH, ausdrückt. Und so verpasst Borchers dem CHIO quasi eine dritte Dimension, denn er liefert nun Logos und andere Spielereien mehr aus dem 3-D-Drucker, unter anderem ein 3-D-Puzzle eines Springreithindernisses, an dem sich verschiedene Springreitmannschaften aus Jux und Dollerei versuchen dürfen.

Der normale CHIO-Zuschauer hat davon freilich noch nicht viel. „Aber wir gehen ja auch erst seit einigen Wochen mit der Idee der Zusammenarbeit schwanger“, sagt Bochers. Immerhin, die Idee zu den CHIO-Logos aus dem 3-D-Drucker sei erst am vergangenen Freitag spruchreif gewesen, und am Montag schon wurden sie massenweise verteilt. „Damit haben wir bewiesen, 3-D-Druck ist schnell und flexibel einsetzbar“, sagt Borchers.

Für die Zukunft hat er sich durchaus mehr vorgenommen, nämlich „die Überwindung der räumlichen und zeitlichen Begrenzung des Turniers“. Darunter versteht der Wissenschaftler einen virtuellen Rundgang über das Turniergelände, bei dem der Internetnutzer jederzeit von einem Prominenten seiner Wahl — etwa berühmte Reitsportler oder sogar Fußball-Nationalspieler und CHIO-Fan Thomas Müller — die Soers erklärt bekommt. Doch das werde erst für den CHIO 2019 in Angriff genommen.

Mehr Blogger, mehr Themen

Doch auch schon für die am kommenden Freitag beginnende Ausgabe haben sich ALRV, ART und Stadt einiges einfallen lassen: Am Montag, 16. Juli, um 18 Uhr wird das diesjährige Partnerland China auf dem Markt empfangen. Diesmal „mit weniger Pferden, dafür mehr Akrobatik“, wie OB Marcel Philipp beschreibt. Die Blogger-Lounge wird aufgestockt, diesmal wird neben dem Sport „auch Fashion, Lifestyle und Food“ besprochen, sagt Michael Mronz, der zudem die Rückkehr von Starköchen wie Johann Lafer und seines Kollegen Harald Wohlfahrt in die Soers ankündigt. Zudem bleibt mit dem kostenlosen Publikumstag Soerser Sonntag am 15. Juli auch ein Klassiker im Rahmenprogramm.

Und Karten gibt es auch noch — wenn auch nicht mehr für alle Tage und alle Veranstaltungen.