CHIO 2019: Frankreich ist das Partnerland

CHIO 2019 : Frankreich wird neues CHIO-Partnerland

Den französischen Staatspräsidenten haben die CHIO-Macher knapp verpasst. Zwei Tage nachdem Emmanuel Macron und Bundeskanzlerin Angela Merkel im Rathaus den Vertrag von Aachen unterzeichnet haben, hat der Aachen-Laurensberger Rennverein (ALRV) am Donnerstag das Partnerland für den CHIO 2019 bekanntgegeben: Et voilà, es ist Frankreich. Und dabei hatten sogar Merkel und Macron ihre Hände im Spiel.

„Frankreich ist ein Wunschland“, verriet Turnierdirektor Frank Kemperman bei der Präsentation. Schon länger wollte man die Nachbarn in die Soers locken, nachdem 2004 bereits die Normandie einmal als Partnerland fungierte. Dass es nun geklappt habe, so Kemperman, sei vor allem zwei Personen zu verdanken: Bundeskanzlerin Angela Merkel und Staatspräsident Emmanuel Macron. „Bundeskanzlerin Merkel hat in der Vorbereitung des Aachen-Vertrages das Thema einmal bei Emmanuel Macron angesprochen“, plauderte Kemperman, „und als er die Idee unterstützt hat, ging dann vieles einfacher.“ Schon im vergangenen Dezember habe man die entsprechenden Verträge abgeschlossen, verriet ALRV-Präsident Carl Meulenbergh.

Und so weht beim CHIO 2019, der vom 12. bis 21. Juli stattfindet, die Trikolore über der Soers. Das Partnerland wird sich im Rahmenprogramm, bei Schaubildern, bei den beiden Shows Pferd & Sinfonie oder auch beim Schaufensterwettbewerb in der Stadt präsentieren. Außerdem werden die französischen Gäste in die Ladenstadt auf dem Turniergelände zurückkehren, nachdem China 2018 dort gefehlt hatte. „Da haben sich im letzten Jahr einige Zuschauer beschwert“, räumte Kemperman ein. Aber im Juli werde sich Frankreich auf 350 Quadratmetern vor dem Soerser Zelt neben dem Gespannfahrplatz mit seinen Pferden, als Reiseziel, „aber natürlich auch mit vin, pain und fromage“ präsentieren, zählte Kemperman Wein, Brot und Käse auf. „Schließlich kann man in Frankreich ja auch gut essen.“

In der Zeltstadt wird während des Turniers auch das Deutsch-Französische Kulturinstitut (DFKI) Aachen vor Ort sein. Die Geschäftsführerin Angelika Ivens stellt dafür eigens ein Kulturprogramm zusammen. „Wir wollen Künstler, Reiter, Autoren oder auch Regisseure einladen“, kündigte sie an. Doch schon im Vorfeld will sie das reguläre Jahresprogramm des DFKI ganz im Zeichen des Pferdes gestalten. „Bei der Unterzeichnung des Aachen-Vertrages wurde bereits gesagt, dass die deutsch-französische Freundschaft mit Leben gefüllt werden muss“, sagte Ivens, „ich bin sehr froh, dass uns der ALRV mit der Wahl Frankreichs als Partnerland die Chance gibt, diese Freundschaft tatsächlich mit Leben zu füllen.“

Mit Programm füllen wird das Partnerland natürlich auch die Eröffnungsfeier am Dienstag, 16. Juli, worüber sich der Intendant des Grenzlandtheaters, Uwe Brandt, als Regisseur der Show sehr freut. „Frankreich hat für so eine Show viel zu bieten“, sagte er und nannte etwa südfranzösische Lavendelfelder, eine Herde von freilaufenden Camargue-Pferden, französisches Essen, den Galopprennsport oder auch die Tour de France als mögliche Motive für die 90-minütige Show, die vom WDR live im Fernsehen übertragen wird. Dabei könne man auch mit Klischees spielen, denn einen Can-Can könne man natürlich klassisch darstellen, wie die TN-Boom-Tänzerinnen unter der Leitung von Marga Render bei der Präsentation, „oder aber auch etwas dreckiger“, kündigte er mit verschmitztem Lächeln an.

Frank Kemperman jedenfalls freut sich auf zwei andere Höhepunkte. Denn zur Eröffnungsfeier haben sich die prächtige „Garde républicaine“ und der weltberühmte „Cadre Noir“ angesagt. „Super, dass wir unserem Publikum die Garde républicaine und den Cadre Noir präsentieren können.“ Der Cadre Noir ist die berühmteste französische Reitschule, die republikanische Garde ist ein Kavallerieregiment, zu dessen Aufgaben unter anderem der Schutz des französischen Präsidenten zählt.

Carl Meulenbergh, Dr. Angelika Ivens, Frank Kemperman und Uwe Brandt, eingerahmt von Angela Egert und Uli Höfert vom „Gestüt Liberté“ in Königswinter mit ihren Camargue-Pferden sowie Can-Can-Tänzerinnen, freuen sich trotz eisiger Temperaturen schon jetzt auf das Partnerland Frankreich. Foto: ZVA/Harald Krömer

Ob der denn auch zur Eröffnungsfeier kommen wird, das wusste Frank Kemperman allerdings noch nicht. „Er kennt den Weg nach Aachen, und er kennt den Termin, aber natürlich hat der Mann einen vollen Kalender“, räumte der Vorstandsvorsitzende des ALRV ein. „Aber wir hoffen natürlich sehr, dass er kommt.“

CHIO-Chef Frank Kempermann freut sich auf Wunsch-Partnerland
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