Aachen: Chill-Out-Verein: Junge Tontechniker im rollenden Studio

Aachen: Chill-Out-Verein: Junge Tontechniker im rollenden Studio

Seit ein paar Tagen feilen sieben Nachwuchs-Tontechniker im vielleicht coolsten Bus der Stadt an ihren Songideen. Eine Woche lang verwandelt sich der Jugendbus vom Chill Out-Verein in ein kleines Tonstudio mit echten Instrumenten, Mischpult und Mikro.

Denn: Singen oder ein Instrument spielen zu können ist das eine, die Musik aufnehmen und abmischen zu können das andere.

Genau das lernen die Kinder, die alle zwischen 12 und 13 Jahre alt sind. Wie erzeugt man einen elektronischen Beat? Wie mische ich eine Rockgitarre ab? Und wie wird aus dem Gesang eine Tonspur, die später auf die CD kommt?

„Wir haben schon einen Song mit Stimme und drei ohne komponiert“, erzählt Oliver Führ, zwölf Jahre alt und für den Gesang zuständig. Gemeinsam mit zwei anderen Jungs komponiert er im Oberdeck des Busses elektronische Musik am Mischpult und merkt an: „Das macht echt Spaß.“ An das Mischpult sind nicht nur Mikrofon und Kopfhörer angeschlossen, sondern auch ein Tablet.

Damit können mithilfe einer App Tonspuren von verschiedenen Instrumenten eingefügt werden — von Geige bis Schlagzeug ist alles dabei. Diese Tonspuren basteln die Jungs anschließend zusammen, legen sie übereinander — und am Ende kommt ein eigener Song heraus. Die fertigen Lieder dürfen die Kinder natürlich mit nach Hause nehmen und zum Beispiel bei Youtube hochladen. „Tontechniker werden“ heißt der einwöchige Kurs im Rahmen der Ferienspiele. Jeden Tag kommen die sieben Kinder im Chill-Out- Bus am Kreativhaus am Moltkebahnhof zusammen und überlegen, komponieren, schreiben und probieren sich aus.

„Natürlich ist das hier wenig Zeit, die Gruppen haben sich gerade erst gebildet und müssen ihre Ideen ordnen und sich einigen“, sagt Ramón Creutzer. Er ist Musikproduzent und arbeitet im Auftrag des Chill-Out-Vereins mit den Kindern. „Ich habe aber das Gefühl, dass alle Kinder hier etwas mitnehmen.“ Im unteren Stockwerk des Busses wird genauso eifrig gewerkelt wie im oberen — zu viert arbeiten die 13-Jährigen dort an einem eigenen, handgemachten Song. Mit selbst geschriebenem Text und Gitarre, Schlagzeug, Keyboard und Gesang ausgestattet läuft die Gruppe zu Hochtouren auf — und verrät erst einmal nur, dass das Ergebnis in Richtung Heavy Metal gehen wird.

Musikproduzent Creutzer nimmt sich immer mal wieder einzelne Kinder heraus, um intensiver an Melodien, Gesang und Ideen feilen zu können, und betont: „Der Spaß steht hier eindeutig im Vordergrund.“ Deswegen gibt’s zur Entspannung immer wieder Kreativpausen. Schließlich lautet auch das Motto des Jugendbusses „Reinkommen, chillen, rausgucken“.

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