Aachen: Chapelle-Quartett: „Unsere Fans brauchen das, was sie gerne hören“

Aachen : Chapelle-Quartett: „Unsere Fans brauchen das, was sie gerne hören“

„Es war einfach Zeit!“ So simpel ist die Begründung der Vier vom „Chapelle-Quartett“: Martin Hoffmann (Viola), Katharina Blasel (Violine), Fabian Grimm (Violine) und Guilia Ajmone-Marsan (Violoncello) haben ihre Debüt-CD aufgenommen — und das in nur zwei Tagen.

Zwischen Rheingau-Festival und Kurpark-Classix war es so weit. „Wir haben in den zwei Tagen auch durchaus ein bisschen geschlafen“, scherzt Martin Hoffmann. Viel Zeit dazu war aber nicht, denn aufgenommen werden mussten Beethovens Streichquartett Nr.1 in F-Dur op. 18 und Schostakowitschs Quartett Nr. 4 in D-Dur op. 83. Wiener Klassik und Musik aus dem 20. Jahrhundert — gegensätzlicher könnte es nicht sein.

Die Musik entspricht aber dem Schema der „Vier im Couven“-Konzerte des Quartetts. „Bei unseren Konzerten kam Schostakowitsch immer unglaublich gut an“, sagt Katharina Blasel. Eigentlich sei das ungewöhnlich, weiß Martin Hoffmann. „Musik aus dieser Zeit empfinden viele als schräg, für konservative Hörer geht es da oft an die Grenzen der Gewohnheit.“

Vielleicht gerade deshalb ist die Kombination mit dem klassischen Beethoven so spannend. „Unsere Fans brauchen von uns das, was sie gerne hören.“ Und das sei eben genau diese Kombination, die nun auf CD gebannt ist, weiß Hoffmann. Ein wenig Gewohntes von Beethoven und „intime, persönliche und trotzdem expressive Musik“ von Schostakowitsch.

Obwohl das Team schon seit fünf Jahren gut eingespielt ist, sei die CD-Aufnahme eine Herausforderung gewesen, berichtet der Violist. „Im Konzert kann man auf das Publikum reagieren, man merkt die Spannung und ob die Musik gefällt.“ Beim Aufnehmen sei das anders, das Publikum müsse „im Kopf Platz nehmen“. Andererseits könne man in Konzerten alles nur einmal sagen. Bei der Aufnahme aber so lange, bis es eben genau richtig sei, sagt Hoffmann.

Das Beethoven-Quartett ist noch aus den jüngeren Jahren des Komponisten. „Er orientiert sich noch an Mozart und Haydn“, erzählt Katharina Blasel. „Das Quartett hat er mehrmals umgearbeitet. Dennoch klingt die Musik wie aus einem Guss.“

Obwohl es so lange bis zur ersten CD gedauert hat, haben die Vier jetzt Blut geleckt. „Die nächste CD kommt ganz bestimmt“, versichert Fabian Grimm.

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