"ChaOSTheater" Aachen packt ein heißes Eisen an

Probe für das Schauspiel „Haus Nr. 7“: „Was bedeutet Krankheit und wer entscheidet, was sie ist?“

Bei der öffentlichen Probe des Schauspiels „Haus Nr. 7“ von der iranischen Autorin Sepideh Shokri am Donnerstag haben Mitglieder des ChaOSTheaters schon einmal einen Vorgeschmack auf die Premiere am 21. März geben.

Das Stück begleitet die Reise des Schriftstellers Alfred, gespielt von Armin Schoof, der in der psychiatrischen Klinik ist, dort auf andere Patienten trifft und Beziehungen zu ihnen aufbaut.

Alfred lernt die Geschichten der anderen kennen und fängt an, sich mit psychischen Krankheiten zu beschäftigen. Seine Gedanken werden dabei von einer Schauspielerin verkörpert, sodass der innere Monolog auf der Bühne inszeniert wird und wie ein echtes Gespräch wirkt. „Das Stück soll den Zuschauer dazu anregen nachzudenken, sich die Frage zu stellen, was psychische Krankheit bedeutet, und vor allem wer entscheidet, was sie ist“, erklärt Tobias Tillmann von der Öffentlichkeitsarbeit des ChaOSTheaters. Denn genau von diesen Fragen handelt das Stück.

Die Thematik ist dabei so tiefgründig wie ernst. Doch um das Stück etwas aufzuheitern, soll es auch humorvolle Szenen geben, so Regisseur Reza Jafari. Dabei wird jedoch der Grundgedanke des Stückes nicht außer Acht gelassen. Die Figur „General“ erzählt von der Ermordung seiner Mutter durch seinen Vater. Um diesen Schmerz darzustellen, musste er den Mut entwickeln, diese Gefühle durch Mimik und Gestik auszudrücken, so Norbert Hossner, der den General spielt. Auch für die jüngeren Darsteller des ChaOSTheaters sei es schwer gewesen, sich in ihre Rollen einzufinden.

Marie Göddertz, die die Hima spielt, sagt dazu: „Meine Figur hat Höhen und Tiefen und verschiedene Auslöser für Erinnerungen, die hochkommen. Ich musste mich erst einlesen, doch wenn man den Dreh raus hat, dann versteht man auch, warum Hima sich so fühlt, wie sie fühlt.“

Mehr von Aachener Zeitung