Aachen: Chaos beim Vitallauf: 400 biegen falsch ab

Aachen: Chaos beim Vitallauf: 400 biegen falsch ab

Die einen strahlen, die anderen sind enttäuscht. Am Ende des „5. Vital Aachen-Laufs” sind die Gefühle gemischt: 1000 glücklichen Teilnehmern des Halbmarathons stehen 400 Läuferinnen und Läufern gegenüber, die die 7-km-Strecke bezwingen wollten und am Ende 9, 11 oder 13 Kilometer zurück legten.

Ein Streckenposten hatte gepatzt und seine Regenschutzkleidung just in dem Moment übergezogen, in dem das Starterfeld seine Koordinationshilfe gebraucht hätte - damit war das Chaos beim 7-km-Lauf nicht mehr abzuwenden.

Außer Claudia Leschnik, der schnellsten Läuferin, und Mussa Hudrog, dem schnellsten Läufer, die sich mit deutlichem Vorsprung vom Starterfeld absetzten, liefen alle Teilnehmer die falsche Strecke, zwei große Runden und eine kleine statt der vorgesehen einen großen und einer kleinen zwischen Markt und Veltmanplatz.

„Wir entschuldigen uns tausend Mal”, bat Organisatorin Beatrix Karlsberg die Teilnehmer um sportliche Nachsicht, „der Fehler lag bei uns und wir können den Ärger nachvollziehen.” Für ihre ehrlichen Worte erntete sie Applaus von Zuschauern und Läufern, die Startgebühren für den 7-km-Lauf werden allen Sportlern auf Wunsch erstattet. „So etwas kann passieren”, sagt Elmar Christoffels aus Düren, der mit einer Schülergruppe an den Start gegangen war, „es ist zwar ärgerlich, aber so haben wir eben ein etwas ausgedehnteres Training abgelegt - und das ist ja auch etwas wert.”

Der anfängliche Ärger war bei den meisten Läufern schnell verflogen, schließlich sorgte die ungeplante Streckenverlängerung sogar für positive Überraschungen: „Ich hätte nicht gedacht, 11 Kilometer in 47 Minuten zu schaffen”, freut sich Ulrike Habets, „jetzt habe ich einen neuen Ansporn für das weitere Training und vielleicht auch für den Halbmarathon im nächsten Jahr.”

Auf der knapp 21 km langen Strecke zumindest lief alles glatt: Die drei stärksten Herren blieben unter 1 Stunde und 16 Minuten Laufzeit, Sieger Maciej Meireczko unterbot seine Vorjahresleistung sogar um knapp zwei Minuten. Der Zweitplatzierte Philipp Nawrocki kommentierte die Top-Leistung seines Mitstreiters: „Es war unglaublich schwer, an Maciej dran zu bleiben.”

Doch nicht nur bei den Leistungssportlern kommt der Vitallauf gut an: „Allgemein ist Laufen ja eher eine Sportart, die man für sich allein betreibt,” sagt Vitallauf-Neuling Jesko Thron, „dass man hier mit so vielen Menschen antritt, ist ein schöner Anreiz.” Die neue Streckenführung leitete die Läufer erstmals durch den Sportpark Soers, vorbei am alten und neuen Tivoli und durch das Reitstadion hindurch.