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Aachen: CDU verschärft den Ton gegen Rot-Grün

Aachen : CDU verschärft den Ton gegen Rot-Grün

Am Ende hielt es die Delegierten nicht mehr auf den Sitzen. Es gab die sprichwörtlichen „Standing Ovations” für Marcel Philipp und „sein” Kommunalwahlprogramm, das er mit vielen Parteifreunden in den vergangenen Wochen auf die Beine gestellt hat.

100 Prozent Zustimmung schenkten die 117 Delegierten Dienstagabend dem 28 Seiten starken Papier „Verantwortung für Aachen”, 100 Prozent Zustimmung aber gab es auch für den OB-Kandidaten, der die CDU mit einer rhetorisch geschliffenen Rede auf die restlichen Tage Wahlkampf einstimmte.

Dabei schlugen die Christdemokraten durchaus neue Töne an. Wann hat es das schon einmal gegeben, dass eine Jazz-Band - „Jazz Light” aus Aachen - mit coolem Saxophon- und Gitarren-Sound die Delegierten vor den Burtscheider Kurpark-Terrassen begrüßt? Marcel Philipp gab dann auch kurzerhand die Richtung vor und bewies am Schlagzeug jede Menge Taktgefühl.

Im Saal bestimmte der Wahlkampf den Ton. Philipps Rede geriet zur Generalabrechnung mit Rot-Grün. Die Basis erlebte einen Kandidaten, der rund zwei Monate vor der Wahl zum Crescendo ansetzt. Was der Partei - nimmt man den häufigen „Szenenapplaus” zum Maßstab - durchaus zu gefallen scheint. Da muss sich der Konkurrent um das höchste Amt in der Verwaltung - SPD-Kandidat Karl Schultheis - als der „rote Bruder” bezeichnen lassen, dessen Versprechen „nichts als Heuchelei” sind. „Karl Schultheis springt derzeit auf jeden Zug, egal in welche Richtung er fährt”, rief Marcel Philipp zum Vergnügen der Parteifreunde in den Saal. Die Politik von SPD und Grünen sei geprägt von „Unglaubwürdigkeit” und „Unzuverlässigkeit”.

Der Gegenentwurf christdemokratischer Lesart ist klar: Marcel Philipp warb für eine Politik des Dialogs. „Wir stehen an der Seite der Menschen, wir kümmern uns um die tägliche Problemlösung.” Dafür wolle die CDU die Verantwortung in Aachen übernehmen. Das Parteiprogramm, so Philipp, sei Grundlage, die gesellschaftlichen Kräfte für Aachens Zukunft zu bündeln. Während Rot-Grün politische „Beruhigungspillen” verteile, erweise sich die CDU als die Alternative vor Ort, die den Menschen und dessen Sorgen und Bedürfnisse in den Mittelpunkt rücke.

Dass die Partei geschlossen hinter dem Kandidaten steht, hatte zuvor Parteivorsitzender Armin Laschet betont. Das aber dürfe nicht dazu führen, sich in Sicherheit zu wiegen. „Wir müssen hart arbeiten, um unsere Ziele zu erreichen”, mahnte Laschet. Und er gab der SPD einen guten Wunsch mit auf das letzte Wegstück Wahlkampf. „Ich würde mich wirklich freuen, wenn die Sozialdemokraten am 30. August wieder 24 Prozent wie einen Sieg feiern würden.”

Und dass SPD und Grüne so offensiv für ihr Bündnis werben, fand auch harte Kritik bei der CDU. „Eigentlich war vereinbart, nach der Europawahl alle Plakate abzubauen, aber das ist eben die Verlässlichkeit von Rot-Grün.” Laschet appellierte an deren Wähler, dem Aufruf hundertprozentig zu folgen: „Kreuzen Sie am 30. August auf Ihrem Stimmzettel beide Parteien an, das würde uns wirklich sehr freuen!”