CD der Aachener "Ghostband"

Aachener Musikszene : Ein Stück in der Tradition der Kinks

Ulrich und Salome Peinkofer sowie Oliver Spanke sind die „Ghostband“. In den vergangenen zwei Jahren haben sie ihr erstes Album aufgenommen. 13 Stücke aus der Feder des pensionierten Deutsch- und Philosophielehrers Peinkofer, produziert von Spanke, eingespielt von den drei Bandmitgliedern im Probenraum der Band am Grenzübergang Köpfchen. Herausgekommen ist eine Hommage an die Rockmusik der Sixties unter dem Titel „Ghostband“.

Obwohl aus ganz unterschiedlichen Geburtsjahrgängen fühlen sich alle drei musikalisch gesehen in diesem Genre zuhause. Ulrich Peinkofer wuchs mit den großen Rock’n Roll-Legenden auf. Damals galt noch die Frage: Beatles oder Stones? „Falsch“, sagt Salome Peinkofer lachend mit Blick auf ihren Vater, „The Kinks war doch die eigentlich wahre Band, oder?“ Ihr Vater Ulrich schwor tatsächlich eher auf The Kinks und Animals. Als seine Tochter zur Welt kam, hatten die anderen Rockgrößen der Sixties aber auch ihren Platz im Wohnzimmer der Peinkofers. Salome konnte wohl gar nicht anders, als diese Musik ebenfalls für sich zu entdecken. Als der frühere Keyboarder die Band verließ, stieg sie vor 15 Jahren ein. „Ich habe ja an meinem Vater gesehen, dass es Spaß macht.“

Oliver Spanke hat mit Rockgitarre angefangen, später Jazz-Gitarre studiert. Heute gibt er Gitarrenunterricht in den Genres Jazz, Rock und Pop, coacht Bands. Seine Bands „Neogene“ und „Gostband“ – rockig mit reichlich Gitarrensound ist es aber hier wie dort.

Die Gitarren bedienen in der „Ghostband“ allerdings die beiden anderen: Ulrich, der außerdem noch singt, und Salome, die auch an den Keyboards zu finden ist. Oliver Spanke sitzt in der Regel am Schlagzeug und hat für die Albumaufnahme auch noch den Bass bedient. Denn im Moment ist die Truppe nicht ganz vollständig. „Wir suchen einen Bassisten“, meint Salome Peinkofer. Ist der gefunden, will die „Ghostband“ nach zwei Jahren, die sie überwiegend mit den Aufnahmen verbracht hat, wieder mehr Konzerte spielen.

Ein kleines CD-Release-Konzert, bei dem ein Freund die Schlagzeugsticks übernommen hat, gab es gerade. „Da konnten wir die Stücke dann endlich mal zusammenspielen“, freute sich Oliver Spanke, dass er den kleinen, fensterlosen Probenraum mal wieder verlassen konnte. Immerhin dauerte das Einspielen jedes Stücks im Schnitt 20 Stunden, nach und nach in der wöchentlichen Bandprobe. Mischen noch einmal ebenso lange. Zwei Jahre lang gab es wenig Gelegenheit tatsächlich als Band zu agieren, denn nicht nur mangels Platz wurden die verschiedenen Instrumente nacheinander aufgenommen. „Die Aufnahme ist ein einsamer Prozess“, meint Spanke.

Doch stolz sind die drei allemal – und womöglich könnte das Debüt noch nicht das letzte musikalische Wort der „Ghostband“ gewesen sein. Es gibt noch Stücke. Irgendwann kommt vielleicht noch eine zweite CD.

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