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Cantiamo: Chor aus Aachen nimmt an "Der beste Chor im Westen" teil

Chorwettbewerb des WDR : Cantiamo auf den Spuren von Flow?

Flow kam im vergangenen Jahr bis ins Finale und wurde schließlich Zweiter. Jetzt bereitet sich der Aachener Chor Cantiamo auf die Teilnahme an der vierten Auflage des WDR-Wettbewerbs „Der beste Chor im Westen“ vor. Am Freitag, 22. November, wird der Vorentscheid ab 20.15 Uhr im WDR-Fernsehen ausgestrahlt.

Dann wird sich zeigen, wie sich Cantiamo bei der Aufzeichnung am 16. November gegen neun Chöre aus Olpe, Krefeld, Hilden, Bonn-Bornheim, Münster, Bochum, Köln, Ostbevern und gegen ein Ensemble, das mit Sängerinnen und Sängern aus ganz Nordrhein-Westfalen bestückt ist, geschlagen hat. Wird ihn die Jury zu einem der fünf Halbfinalisten dieser Sendung küren?

Als die Anfrage der Produktionsfirma in den Sommerferien bei Chorleiter Johannes Konrads einging, zögerte der zunächst: „Passen wir in dieses Format? Und können meine Sängerinnen und Sänger den zusätzlichen Probenaufwand zeitlich wuppen?“, schoss es Konrads durch den Kopf. „Schließlich sind alle beruflich und familiär stark eingebunden. Schon zur regulären Wochenprobe können einige nur verspätet kommen“, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung. „Nimmt man für eine Altersberechnung die oberen und unteren Ausreißer heraus, berechnet man also nicht den Durchschnitt, sondern den Meridian, erhält man ein Alter von 31 Jahren. Alle stehen mitten im Leben. Und sind entsprechend zeitlich – beruflich wie familiär – eingespannt.“

Vorsichtig leitete Konrads die Anfrage dennoch an seine Chormitglieder weiter. Und erhielt zu seiner Überraschung eine überwältigend positive Antwort: „Nur zwei haben sich für die Zeit bis zum Wettbewerb ausgeklinkt. 25 wollten mitmachen – mit allem, was dazu gehört“, sagt Konrads.

Das ist zum Beispiel die Verlängerung der wöchentlichen Probenzeit um 30 Minuten und die Konzentration in den Proben auf die vier ausgewählten Stücke: je eins für den Vorentscheid und fürs Halbfinale, im Finale werden zwei gesungen. Welche, darf noch nicht verraten werden. Hinzu kommen stundenlange Drehtermine für die Einspieler, mit denen sich Cantiamo beim Fernsehpublikum vorstellen wird. Das für den 14. Dezember geplante Weihnachtskonzert in der Citykirche wurde ebenfalls abgesagt. „Anfangs hatten wir noch die irre Idee, dass wir beides stemmen können“, erzählt Konrads und muss dabei ein wenig über sich selbst lachen. Mittlerweile drei Komitees kümmern sich um die Vorbereitungen drum herum, zum Beispiel um die Chorkleidung. „Natürlich passiert diese Arbeit nicht in den Proben, sondern nebenher“, weiß der Chorleiter zu schätzen, dass er das wöchentliche Üben für Klang, Intonation, gesanglichen Ausdruck verwenden kann.

In einer Extra-Probe mit Regisseur Achim Bieler vom Das Da Theater trainierten die ambitionierten Laiensänger außerdem ihre Bühnenpräsenz. Schließlich haben sie nur wenige Minuten Zeit, die vierköpfige Jury – bestehend aus Giovanni Zarrella, Jane Comerford, Rolf Schmitz-Malburg und neu dabei Beatrice Egli – von Klang und Auftritt zu überzeugen.

Was der Chor Cantiamo aber nicht für „Der beste Chor im Westen“ verändert, ist seine Konzentration auf die Musik. „Wir sind eben ein klassisch orientierter Chor – wenn auch mit einem breiten Repertoire. An erster Stelle kommt die Musik und nicht die Show“, meint Tenor Andreas Gierlich. So, wie der Chor längst das Aachener Publikum für sich gewonnen hat, möchte er auch im deutlich mehr am Spektakel orientierten Fernseh-Wettbewerb überzeugen: Mit Klang. Und mit Begeisterung für die Musik. Neugierig, ob das gelingt, sind sie jedenfalls alle.