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Nach dem Schnee-Chaos: Busse rollen wieder, Polizei meldet 254 Schnee-Einsätze

Nach dem Schnee-Chaos : Busse rollen wieder, Polizei meldet 254 Schnee-Einsätze

Am Tag danach ist vor allem der Schnee geblieben. Und die Erinnerung an einen chaotischen Winter-Freitag mit vielen Turbulenzen, Unfällen, Staus und reichlich Ärger.

Am Morgen danach ist vor allem das schöne Winterbild prägend: Aachen im Schnee, wann gab es das zuletzt in dieser Form so schön? Und auf ein stabiles Schnee-Wochenende können sich jetzt nicht nur die Kinder freuen.

Der Blick zurück auf den chaotischen Freitag fällt da weniger euphorisch aus. Die brisanteste Meldung zum Schneefall in Aachen ging am Freitagnachmittag so: Die Polizei-Leitstelle bat um Verständnis, dass sie die Unfälle in der Städteregion in einer Zwischensumme nicht aufaddieren konnte, es fehlte den Beamten einfach die Zeit. Denn die Lage hatte sich dramatisch zugespitzt, „die Unfälle werden im Minutentakt gemeldet“, sagte ein Sprecher.

Das klingt am Samtagmorgen nun deutlich entspannter. Erste Meldung des Tages: Die Busse rollen wieder. Seit Freitagabend, 20.30 Uhr, hat die Aseag wieder den Verkehr aufgenommen. Bis auf kleine Bereiche in der Eifel, die gestern Abend noch nicht angesteuert werden konnten, lief der Verkehr dann auch wieder reibungslos.

 Der Freitag: Es ist weiß in Aachen, der Schneefall hört nicht auf, die Busse werden ins Depot geholt, es gibt viele Unfälle in Stadt und Städteregion. Der Winterdienst des Stadtbetriebs ist im Großeinsatz.
Der Freitag: Es ist weiß in Aachen, der Schneefall hört nicht auf, die Busse werden ins Depot geholt, es gibt viele Unfälle in Stadt und Städteregion. Der Winterdienst des Stadtbetriebs ist im Großeinsatz. Foto: MHA/Harald Krömer

Entspannung auch in der Leitstelle der Polizei Aachen, wo man gestern, hauptsächlich in der Zeit von 12 bis 18.30 Uhr, unter Hochdruck gearbeitet hatte. „Wir bilanzieren diesen Zeitraum am Freitag mit 254 wetterbedingten Einsätzen“, sagt ein Sprecher auf Anfrage am Samstagmorgen und listet einige Posten für den Bereich des Polizeipräsidiums auf: 137 Verkehrsunfälle mit Sachschäden, zehn mit Personenschäden, fünf Unfallfluchten wurden gezählt, und insgesamt 23 Gefahrenstellen mussten gesichert und behoben werden. „Die Nacht war dann komplett ruhig in Sachen Wetter“, so endet der Bericht aus der Leitstelle.

Der Blick zurück: Selbst für kurze Strecken brauchten die Menschen in der Städteregion Aachen am Freitagnachmittag und am frühen Abend oftmals Stunden, wie aus vielen Einträgen in digitalen Netzwerken hervorgeht. Alleine auf der Himmelsleiter in Richtung Roetgen hatte es bis zu zwei Stunden Wartezeit wegen eines querstehenden Lkw gegeben. Nur ein Beispiel.

Die Straßenmeistereien überall in den Kreisen und in der Städteregion fuhren den Volleinsatz mit allen verfügbaren Kräften und Fahrzeugen, leisteten dabei ganze Arbeit, konnten aber auch nicht an allen Gefahrenstellen gleichzeitig sein. Ein Problem, das überall auftauchte: Unfälle, besagte querstehende Autos, zum Teil auch bedingt durch Sommerbereifung.

Wann gab es das zuletzt? Schlittenfahren auf dem Frankenberger Burghügel? Am Freitag kommen die Kinder hier voll auf ihre Kosten. Und so soll es am Wochenende weitergehen. Mit großem Vergnügen.
Wann gab es das zuletzt? Schlittenfahren auf dem Frankenberger Burghügel? Am Freitag kommen die Kinder hier voll auf ihre Kosten. Und so soll es am Wochenende weitergehen. Mit großem Vergnügen. Foto: MHA/Harald Krömer

Für die Aseag zieht ihr Sprecher Paul Heesel das Fazit eines außergewöhnlichen Freitags mit der Einstellung des Busverkehrs gegen 13.45 Uhr: „Unter dem Strich hatten wir überhaupt keine andere Wahl, die Lage ließ eine Fortsetzung des Betriebs nicht mehr zu.“ Die rund 350 Busse, die zu diesem Zeitpunkt auf den Straßen der Region unterwegs waren, wurden ins Depot an der Charlottenburger Allee zurückgerufen, was zum Teil auch lange dauerte.

„Es ist natürlich eine schwierige Entscheidung und auch eine unschöne Situation, wenn wir den Fahrgästen mitteilen müssen, dass an der nächsten Haltestelle die Fahrt endet“, sagt Heesel. Aber aufgrund zahlreicher Unfälle, schnee- und eisglatter Straßen und somit auch aufgrund von Bereichen, die für die Busse nicht mehr passierbar waren, blieb der Aseag-Leitung keine andere Wahl, so Heesel.

Er bestätigt auch, dass Aseag-Busse ganzjährig mit Winterreifen ausgestattet sind. „Der Aufwand in technischer wie auch finanzieller Hinsicht wäre viel zu groß, wenn wir wechseln würden“, erklärt der Sprecher. Alleine die Aseag hat rund 2000 Reifen auf ihren Bussen, hinzukomme die vergleichbare Zahl bei den Auftragsunternehmen.

Der Busverkehr rollt nun wieder. Der Aufwand, den ein Neustart mit wieder einsatzfähigen Bussen und Fahrern, die ihren Arbeitsort dann pünktlich erreichen, erfordert, ist immens. Er konnte am Freitagabend um 20.30 Uhr erfolgen.

Die Lage auf den Aachener Straßen war am Freitag durchaus angespannt, die winterliche Wettersituation sorgte für komplizierte Straßenverhältnisse, obwohl der Stadtbetrieb den vollen Wintereinsatz fuhr.
Die Lage auf den Aachener Straßen war am Freitag durchaus angespannt, die winterliche Wettersituation sorgte für komplizierte Straßenverhältnisse, obwohl der Stadtbetrieb den vollen Wintereinsatz fuhr. Foto: Bernd Büttgens

Der Winter hat die Stadt und die Region fest im Griff. Großeinsatz bedeutete das am Freitag auch im Stadtbetrieb, der sich aber gut aufgestellt zeigte. „Für uns ist der Schneefall jetzt keine große Überraschung“, sagte Elisa Bresser, Sprecherin des Aachener Stadtbetriebs, „wir sind auf diese Wetter- und somit auch auf die Straßenlage vorbereitet.“

Am Freitag meldete der Stadtbetrieb folglich den „Vollbetrieb“, die komplette Mannschaft mit rund 250 Einsatzkräften war im manuellen wie maschinellen Betrieb unterwegs. Das bedeutete auch, dass rund 30 Streufahrzeuge die Straßen der Stadt befuhren und für bestmögliche Zustände sorgten, so die Sprecherin. Der anhaltende Schneefall verlangte dem Stadtbetriebsteam alles ab, Einschränkungen brachten auch querstehende oder sommerbereifte Autos.