Aachen: Bürgerstiftung Lebensraum: „Aachen Sozial“ ehrt Hans-Joachim Geupel

Aachen: Bürgerstiftung Lebensraum: „Aachen Sozial“ ehrt Hans-Joachim Geupel

„Wir arbeiten nicht primär für den Ausgleich zwischen arm und reich, was einem vielleicht bei ‚sozial‘ als erstes einfällt. Aber wir vernetzen Menschen, die Aachen besser machen wollen.“ Hans-Joachim Geupel hat darüber nachgedacht, was die Bürgerstiftung Lebensraum Aachen, dessen Vorsitzender er ist, so tut.

Anlass war die Nachricht, dass ihn der Verein „Aachen Sozial“ am 12. Juni im Krönungssaal mit dem gleichnamigen Preis auszeichnen möchte. Geupel darf sich damit in eine Reihe zum Beispiel mit Toni Jansen (2008), Wolfgang Tim Hammer (2013) Stefan Küpper (2015) und Boris Bongers (2017) stellen. Der Nachwuchspreis — 2018 zum zweiten Mal vergeben — geht an Sarah Everhartz und Tim Hermanski, Initiatoren der Aachener Kältehelfer.

Vorgeschlagen wurde Geupel von Axel Deubner, der in der Bürgerstiftung Lebensraum Aachen „eine gute Plattform für alle möglichen Ideen“ sah. Sie habe mit dem beherzten Einsteigen Geupels in den Vorstand der Bürgerstiftung vor fünf Jahren noch einmal qualitativ gewonnen. „Die Projekte zum Thema Krieg, Frieden und Freiheit gehen weit über das bisherige Engagement hinaus“, lobte das Mitglied von „Aachen Sozial“ und freute sich bereits auf die Ideen und Projekte, die die Bürgerstiftung derzeit zum 70. Geburtstag des Grundgesetzes am 23. Mai 2019 vorbereitet. „Hans-Joachim Geupel und sein Team kann Menschen begeistern. So macht die Bürgerstiftung Aachen sozialer“, begründete er seinen Vorschlag.

Ganz nah dran an den Ausgegrenzten sind die „Aachener Kältehelfer“, die seit November 2017 in den kalten Monaten des Jahres eine zusätzliche Anlaufstelle für Obdachlose und andere Hilfsbedürftige anbieten. Und agieren damit vielleicht in einem klassischeren Sinne sozial.

„Ich hatte mich mit dem Hilfsangebot für Obdachlose in Aachen beschäftigt und festgestellt, dass es in Aachen, anders als in anderen Großstädten, noch keinen Versorgungsbus gab“, erzählte Everhartz, die zurzeit Soziale Arbeit an der Katholischen Hochschule (KatHo) Aachen studiert, wie die Idee entstand. „Viele dieser Menschen fühlen sich nicht mehr als Teil der Gesellschaft. Sie genießen die Wärme des Kaffees, aber vor allem die emotionale Wärme eines Gesprächs.“

Christiane Chmel von „Aachen Sozial“ hat sich mit den Aachener Kältehelfern eine kalte Nacht um die Ohren geschlagen, hat Brötchen, heiße Getränke, Decken und warme Worte verteilt und war danach von der Preiswürdigkeit des von den Johannitern getragenen Projekts überzeugt: „Sie machen es nach ihrem Job und ohne Bezahlung. Und sie sind ganz nah an den Menschen.“

Und Gabriele Mohné vom Vorstand von „Aachen Sozial“ ergänzte angesichts der 24-jährigen Everhartz und ihres 25-jährigen Freunds Hermanski: „Dass sich auch sehr junge Menschen sozial engagieren, ist nicht selbstverständlich und sollte ein Vorbild sowohl für die jüngere als auch die ältere Generation sein.“

Der Hauptpreis „Aachen Sozial“ ist mit 5000 Euro dotiert, der Nachwuchspreis mit 2000 Euro. Das Preisgeld soll in die gute Sache der Preisträger fließen. Insgesamt fördert „Aachen Sozial“ soziale Projekte mit mehr als 18.000 Euro im Jahr.

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