Bürgerinitiative Luisenhöfe demonstriert gegen Bauprojekt in Aachen

Wohnbauprojekt Luisenhöfe : Bürgerinitiative macht weiter Druck

Klein beigeben ist nicht, im Gegenteil: Die Bürgerinitiative Luisenhöfe macht weiter mobil gegen das gleichnamige geplante Wohnbauprojekt im Blockinnenbereich zwischen Boxgraben, Südstraße und Mariabrunnstraße. Der im Juni vom Stadtrat ausgerufene Klimanotstand ist nun Anlass für eine Demonstration vor der nächsten Sitzung der Planungspolitiker.

Die kommen am Donnerstag im Verwaltungsgebäude am Marschiertor zusammen, um dort – neben vielen weiteren Themen – auch die Planungen für die umstrittenen Luisenhöfe weiter voranzubringen. Beraten wird zwar im nichtöffentlichen Teil, doch unmittelbar vor der Sitzung, ab 16.30 Uhr, will die Bürgerinitiative vor dem Verwaltungsgebäude ihre Kritik umso öffentlichkeitswirksamer vortragen. Denn aus ihrer Sicht sind die Luisenhöfe das erste Großprojekt, bei dem sich zeigen wird, wie ernst den Politikern eine ökologische und nachhaltige Stadtentwicklung ist.

Die Kritik richtet sich dabei vor allem gegen den erwarteten Verlust von Grünflächen, den Grad der Versiegelung, die Höhe der Bebauung und die Verkehrserschließung. So lehnt die Initiative mit ihren Wortführern Karsten Schellmat und Hans Poth eine Erweiterung des Luisenhospital-Parkhauses, das schon jetzt wie ein Fremdkörper in den Innenbereich hineinrage, und den Bau weiterer Tiefgaragenplätze strikt ab und fordert stattdessen ein komplett autofreies Quartier.

Vehement setzt sie sich zudem für den Erhalt des sogenannten Boxparks ein, eine verwilderte grüne Hinterhoffläche am Boxgraben, die heute noch der Stadt gehört, im Zuge des weiteren Bebauungsplanverfahrens aber schon bald in den Besitz der Investoren übergehen könnte. Ob es dazu kommt, gehört zu den strittigen Punkten, die am Donnerstag beraten werden.

Während Linke und Grüne bereits deutlich machen, dass sie in dieser Frage an der Seite der Bürgerinitiative stehen und die Grünfläche ebenfalls in städtischem Besitz halten wollen, äußern sich Harald Baal (CDU) und Norbert Plum (SPD) noch zurückhaltender. Auch sie lassen zwar keinen Zweifel daran, wie wichtig ihnen das grüne Kleinod ist, schließen einen Verkauf aber nicht aus. Der Erhalt könne vertraglich geregelt werden, sagen sie. „Mit dieser Fläche muss man gut umgehen“, betont Plum. Viele Argumente der Bürgerinitiative hält er für gut nachvollziehbar. „Und sie werden ja auch verarbeitet“, sagt er.

Klar ist aber auch, dass die Einwände das Projekt nicht stoppen sollen. Denn die Bebauung solcher Blockinnenbereiche wird allgemein als eine gute Antwort auf den Mangel an Wohnungen bei gleichzeitigem Mangel an Grundstücken gesehen. Über die Dichte der Bebauung und das rechte Maß wird derzeit allerdings nirgendwo so hart gerungen wie am Boxgraben. Und daran hat offenbar auch der städtebauliche Wettbewerb nichts ändern können, der vor gut einem Jahr den Siegerentwurf des Düsseldorfer Architekturbüros Hector 3 und der Kasseler Landschaftsarchitekten von GTL hervorbrachte.

Auf dieser Grundlage wollen die beiden Aachener Immobiliengesellschaften Landmarken und Aixact, die dafür gemeinsam die Luisenhöfe GmbH gegründet haben, eine rund 15.000 Quadratmeter große Fläche bebauen. Geplant sind vorwiegend drei- bis viergeschossige Wohngebäude, hinzu sollen ein sechsgeschossiger Bau für studentisches Wohnen, mehrere Gewerbeeinheiten und eine Kita kommen. Der Boxpark soll ausdrücklich erhalten und von mehreren Seiten aus zugänglich gemacht werden. Noch ist nicht abzusehen, wann mit dem Baubeginn zu rechnen ist.