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Aachen: Bürgerbefragung: Was macht das Westparkviertel für Ältere lebenswert?

Aachen : Bürgerbefragung: Was macht das Westparkviertel für Ältere lebenswert?

Redet jemand vom Ostviertel, von Aachen-Brand oder dem Südviertel, dann hat jeder Aachener in etwa eine Vorstellung davon, um welchen Bereich es sich handelt. Aber die Bezeichnung Westparkviertel muss sich für diesen Lebensraum noch durchsetzen. Gemeint ist das Stadtgebiet in der Nähe des Westparks.

Zwischen Welkenrather Straße im Norden, dem Löhergraben im Osten, dem Altenheim am Amsterdamerring im Süden und dem Kronenberg im Westen. Doch wie wollen die Menschen in diesem Bereich eigentlich leben? Um das herauszufinden, findet vom 14. bis 18. Mai eine Bürgerbefragung statt. Entwickelt hat die Aktion das Quartiersbüro 55 plus mit Studierenden der Katholischen Fachhochschule.

„Wir wollen herausfinden, was das Viertel aus Sicht der Menschen, die hier leben lebenswert macht“, erklärt Marion Bergk, Verantwortliche des Quartierbüros, zu Sinn und Zweck der Befragung. „Was braucht es, damit es hier für Bewohner im zunehmenden Alter lebenswert bleibt?“

Es geht auch um Identitätsbildung

Das Quartier 55 plus ist eine Anlaufstelle im Altenheim St. Elisabeth an der Welkenrather Straße. Zusammen mit der Stadtteilkonferenz und den Bürgern wird aktuell daran gearbeitet, das Leben im Viertel zu verbessern.

Darum schwärmen ab Mitte Mai junge Leute der Katholischen Fachhochschule in bunten, für die Befragung gestalteten T-Shirts aus, um die Menschen auf der Straße zu ihren Wünschen für die Zukunft des Lebensraumes im Westparkviertel zu befragen. Außerdem geht es um Identitätsbildung im Stadtteil. So lautet die erste Frage: Wie heißt das Viertel, in dem sie wohnen?

Die Beantwortung einer Fülle ausgeklügelter Fragen soll den sozial Verantwortlichen für das Viertel und den Stadtplanern helfen, mit den Bewohnern die Zukunft zu gestalten. Das sei mitunter nicht ganz leicht im Westparkviertel mit seinen vielen unterschiedlichen Bevölkerungsstrukturen.

Etwa eine Viertelstunde soll es dauern, bis der Fragebogen ausgefüllt ist. Hinter der Aktion stehen das Land NRW, die Stadt, die Katholische Fachhochschule und Sozialverbände. Gute Voraussetzungen dafür, dass nachher auch etwas mit den Antworten passiert, und die Ergebnisse die Planung des Viertels verbessern.

Für die Stadt und das Quartiersbüro ist die Zusammenarbeit mit der Katholischen Fachhochschule wichtig. Denn hier ballt sich die Theorie mit sozialer Kompetenz und neuen Ideen. Das sei insbesondere für die zielgerichtete Auswahl der Fragen wichtig gewesen. Schließlich ist die Entwicklung eines solchen Fragebogens eine Wissenschaft für sich und nicht aus dem Ärmel zu schütteln.

Für die Fachhochschule lohnt sich die Aktion, da Studierende lernen, gemeinsam mit den Menschen vor Ort Probleme zu besprechen und zu bearbeiten. Prof. Marianne Genenger-Stricker von der Katholischen Fachhochschule freut sich über die Gemeinschaftsaktion: „Die Studierenden lernen, dass nicht nur sie Experten für soziale Fragen sind, sondern in erster Linie die Menschen, um die es geht. Die wissen am Besten, was sie brauchen.“

Die Beteiligten der Bürgerbefragung hoffen nun auf regen Rücklauf der Fragebögen, um aussagekräftige Resultate zu erzielen. Die Bögen können bis Ende Mai in den Apotheken des Westparkviertels, dem Pfarrbüro St. Jakob und dem Quartiersbüro 55 plus abgegeben werden.