Bürger berichten, wo Aachens Fahrbahnen besonders ramponiert sind

Schlaglöcher auf Aachens Straßen : Erschütternde Erfahrungen an etlichen Ecken

Rund 80 Leser sind bereits unserer Bitte gefolgt, massive Schäden auf Aachens Straßen zu melden. In der Zwischenbilanz rangiert die Merowingerstraße ganz oben. Auch auf ramponierte Radwege wird immer wieder hingewiesen.

Die erste Zwischenbilanz fällt schon ziemlich erschütternd aus – im Wortsinn. Gerade nach der kalten Jahreszeit mutieren Fahrbahnen, Radwege und manche Gehwege an ungezählten Ecken der Stadt zu gefährlichen Buckelpisten. Rund 80 Schadensmeldungen haben unsere Leser der Lokalredaktion bereits gesandt, seit wir zu Beginn der Woche quasi um Bürgerbeteiligung auf kleinem Dienstweg gebeten haben. Vorweg: Die Zahl der Schlaglöcher zwischen Berensberg und Walheim ist immens.

Das wissen natürlich auch die Mitarbeiter des Stadtbetriebs. Dort werde permanent an Prioritätenlisten gestrickt, um einen möglichst präzisen Fahrplan zur Sanierung zu erstellen, heißt es seitens des Presseamts. Dennoch sei jeder Hinweis willkommen, auch wenn täglich Experten unterwegs sind, um neue Lücken in den Straßendecken zu identifizieren.

Auch die kleineren, vielfach umso tückischeren Trassen weit abseits der Innenstadt sollen dabei natürlich nicht aus dem Blick geraten – weshalb die „Expertise“ der regelmäßigen Nutzer umso hilfreicher ist. Vorweg: Lokale Schwerpunkte lassen sich dabei angesichts der Masse der defekten Asphaltstrecken kaum ausmachen. Nach der ersten Sichtung der Leserzuschriften kann man allerdings den Eindruck gewinnen, dass bei Verkehrsteilnehmern aller Art vor allem im Südraum und in Laurensberg und Richterich allzu oft Mut zur (Fahrbahn-)Lücke gefragt ist.

Merowingerstraße auf Platz eins

In der vorläufigen „Hitliste“ der Pannenpisten rangiert dabei allerdings die Merowingerstraße auf Platz eins: Sieben Leser monieren eine „mordsgefährliche“ Situation (wie es in einem Beitrag heißt) gerade für Radpiloten, die auf weiten Strecken zum Slalom gezwungen seien. Überhaupt werden ramponierte Radstrecken oft genannt: Als katastrophal werden die Zustände an der Lintertstraße und der Trierer Straße geschildert, wo aufgebrochene Baumwurzeln und Schlaglöcher die Zweiradstrecken teils völlig zerstört hätten. Auch auf der Eupener Straße (Einmündung Diepenbenden), rund um den Europaplatz, auf der Trierer Straße (auf weiten Strecken zwischen Einmündung Schopenhauerstraße und Ringstraße) und der Monschauer Straße (Ecke Grüne Eiche und Ecke Eisenhüttenweg) gehe es für Drahtesel vielfach über Stock und Stein. Besonders gefährlich werde es für Zweiradfahrer ferner in der Kurve vom Ferberberg in die Schlossparkstraße, wie zwei Leser berichten. Letztere beschere auch Autofahrern und Fußgängern immer wieder böse Überraschungen. Ein Leser bezeichnet die Strecke als „Zumutung“, auch weil Fußgänger mit Spritzwasser durchnässt würden, wenn Pkw allzu „sportlich“ über die durchlöcherte Fahrbahn rumpelten.

Mit immerhin je vier Nennungen sind im „Pannen-Ranking“ die Laurensberger Straße Richtung Vetschau und die Lintertstraße sowie die Nizzaallee vertreten: Die sei vor allem durch Lkw-Fuhren von der benachbarten Baustelle am ehemaligen Bunker Rütscherstraße massiv in Mitleidenschaft gezogen worden, wie in zwei Zuschriften kritisiert wird. Immerhin dreimal wird die kleine Straße An der Kulprie (zwischen Malmedyerstraße und Mühlental in Burtscheid) als extreme Holperstrecke erwähnt.

Dass es in Sachen Sanierung letztlich nicht auf Quantität, sondern vor allem auf Qualität ankomme, merken die Bürger im Übrigen immer wieder an. Vielfach würden kleinere Schäden nur oberflächlich mit Bitumen abgedeckt, ohne den Untergrund zu säubern und zu grundieren, schreibt ein Leser, der sich als Sachverständiger für Bauschäden vorstellt. In der Folge dringe immer wieder Wasser unter die nur aufgestreute Dichtungsmasse – und „spätestens im nächsten Winter ist das Schlagloch wieder da“.

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