Aachen: Brandsatz in Kiosk geworfen: Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes

Aachen: Brandsatz in Kiosk geworfen: Polizei ermittelt wegen versuchten Mordes

Für den Sohn des Inhabers war es ein großer Schrecken zu später Abendstunde. Er befand sich am Mittwochabend gegen 22.45 Uhr mit einer weiteren Person in dem Kiosk seines Vaters an der Hüttenstraße in Rothe Erde, als plötzlich etwas durch die offene Ladentür hineinflog und stark rauchte.

Der junge Mann und seine Begleiterin flüchteten nach eigenen Angaben zunächst durch eine Seitentür ins Freie. Doch als sie sahen, dass es nicht stark brannte, kehrten sie in den Verkaufsraum zurück und löschten den Brandsatz eigenhändig mit dem Inhalt einiger Wasserflaschen. „Es ging alles so schnell, wir haben gar nicht sehen können, wer das gemacht hat“, sagt der junge Mann am Tag danach.

Unbekannte haben am Mittwochabend einen Brandsatz ins Innere des Ladens geworfen. Foto: Michael Jaspers

Deshalb gibt es auch noch keine Hinweise auf den oder die Täter, wie Jost Schützeberg, Sprecher der Aachener Staatsanwaltschaft, auf Anfrage bestätigt. Klar ist aber, dass es wohl reine Glückssache war, dass bei dem mysteriösen Brandanschlag niemand verletzt wurde. Durch die Tür wurde nämlich nach den bisherigen Ermittlungen ein Molotowcocktail geworfen, „der nur durch Zufall nicht in Brand geraten und explodiert ist“, so Schützeberg.

Unbekannte haben am Mittwochabend einen Brandsatz ins Innere des Ladens geworfen. Foto: Michael Jaspers

Und da ein Anschlag mit solch einem Brandsatz in einem geschlossenen Raum durchaus tödliche Folgen haben kann, ermittele man nun wegen versuchten Mordes, versuchter besonders schwerer Brandstiftung und Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Ob der Attacke Drohungen vorausgingen, sei unklar und „Gegenstand der weiteren Ermittlungen“, sagt Schützeberg. „Und wir ermitteln auf Hochtouren.“ Keinen Hinweis gebe es überdies dafür, dass die schwere Straftat einen fremdenfeindlichen Hintergrund — der Kioskbesitzer stammt aus Sri Lanka — haben könnte. Nach AZ-Informationen wurde der Staatsschutz der Aachener Polizei aber über den Fall informiert.