Brand: Brander MHA-Triathlon: Sportsgeist siegt über Wind und Regen

Brand: Brander MHA-Triathlon: Sportsgeist siegt über Wind und Regen

mha-Triathlon: Sportler trotzen dem Wetter

Wenn bei dem als Triathlon gedachten Wettbewerb plötzlich eine Disziplin fehlt, ist es dann überhaupt noch ein Triathlon? Diese Frage geht Mia nicht mehr aus dem Kopf. Schließlich hat sich die Siebenjährige extra mit ihrem Vater wochenlang auf den vom Marienhospital Aachen und dem Brander Schwimmverein ausgerichteten „27. MHA-Triathlon“ vorbereitet.

Doch statt am Beckenrand steht Mia nun vor der Schwimmhalle in der Kälte. Bei gerade einmal vier Grad ist es einfach zu kalt, um sich in den nassen Badesachen aufs Fahrrad zu schwingen. So kommt es zum ersten Mal vor, dass die Auftaktdisziplin, das Schwimmen, für die jüngsten Teilnehmer sprichwörtlich ins Wasser fällt.

Denn die Organisatoren sind sich einig, dass es unverantwortlich für die Gesundheit der Kinder wäre, sie vom kühlen Nass aufs Fahrrad steigen zu lassen. Stattdessen müssen sie eine Extra-Einführungsrunde laufen, bevor sie mit dem Fahrradfahren beginnen können. Mia nimmt die Änderung mürrisch zu Kenntnis, immerhin sind Schwimmen und Laufen ihre besten Disziplinen.

17 Gruppen am Start

Insgesamt gehen beim traditionellen Triathlon 760 Teilnehmer in 17 Gruppen an den Start. Darunter Einzelpersonen, Schülerstaffeln und Firmenstaffeln. Für Triathloneinsteiger bietet der Brander Schwimmverein eine verkürzte Strecke zum Probieren an, da die Volksdistanz schon eher die geübten Sportler anspricht. Diese müssen 500 Meter im Schwimmen passieren, 22 Kilometer mit dem Rad zurücklegen und fünf Kilometer laufen. Die Strecke führt sie quer durch das Brander Feld und beinhaltet auch einige Steigungen.

Die richtig trainierten Sportler brauchen ungefähr eine Stunde für den Triathlon, aber die Leistung und die damit verbundene Zeit stehen bei den meisten Teilnehmern eher im Hintergrund. „Für viele ist der MHA-Triathlon der erste des Jahres, und sie nutzen die Möglichkeit, hier ihren derzeitigen Trainingszustand zu testen“, erzählt Andreas Trautmann, Koordinator und Vorsitzender der Abteilung Triathlon des Brander Schwimmvereins.

Damit die Teilnehmer rundum versorgt sind, kümmern sich gut 120 Helfer um das leibliche Wohl und sorgen dafür, dass die jeweiligen Strecken gesichert sind. Oftmals schauen die Helfer mit skeptischem Blick in den wolkenverhangenen Himmel.

Warmer Applaus garantiert

„Hoffentlich bleibt es nach dem Schneeregen jetzt wenigstens trocken“, sagt Maren Holtmann und ergänzt: „Mein Sohn und mein Mann machen seit fünf Jahren gemeinsam mit, aber noch nie war es so kalt. Dass es ab und an regnet, ist man ja gewohnt, aber heute Morgen haben sie sogar ihre dicken Sachen angezogen, die sie normalerweise nur im Winter tragen.“

Umso mehr freuen sich die Sportler, wenn sie nach der anstrengenden Betätigung im Ziel nicht nur mit lautem Applaus empfangen werden, sondern sich zudem unter der heimischen Dusche ordentlich aufwärmen können. Und Mia ist sich nach ihrem Zieleinlauf sicher: Nächstes Jahr, da wird sie auf jeden Fall einen „echten“ Triathlon mitmachen, egal bei welchem Wetter.