Brand: Brander Markt wird für 2,4 Millionen Euro saniert

Brand: Brander Markt wird für 2,4 Millionen Euro saniert

Der Brander Stier von parkendem Blech umzingelt, das Marktpflaster marode und brüchig, das Grün größtenteils abgeholzt, das Gesamtensemble Tristesse pur: Das Brander Ortszentrum rund um den großen Marktplatz macht aktuell einen erbarmungswürdigen Eindruck.

„Die Situation ist mittlerweile unerträglich“, sagt Wolfgang Sanders, der Leiter des Brander Bezirksamts, dann auch nicht von ungefähr. Dass der Mann dabei trotzdem lächelt, hat einen Grund: Denn jetzt soll alles besser werden.

So sieht es aus (oben), so soll es werden: Der triste Brander Markt wird bis Jahresende kräftig aufgemöbelt. Foto: Michael Jaspers

Am Montag, 23. Mai, beginnen die Umbauarbeiten am Marktplatz und den benachbarten Grünanlagen. „Lange waren wir in der Warteschleife, jetzt kommen wir auf die Überholspur“, freut sich Sanders auf den Startschuss, auf den — wie er einräumt — „viele hier schon gar nicht mehr geglaubt haben“.

In der Tat hat es lange gedauert von der ersten Idee bis zur Umsetzung. Schon 2007 gab es den fraktionsübergreifenden Antrag, eine Rahmenplanung zu erstellen. 2010 beschloss die Politik, den Entwurf des Landschaftsarchitekten Andreas Hermanns umzusetzen — doch dann passierte erst einmal nichts.

„Es hat leider vier Jahre gedauert, bis der erste Bewilligungsbescheid eingetroffen ist“, erinnert sich Gertrude Helm, Abteilungsleiterin Stadterneuerung und Stadtgestaltung. Der Außenbezirk sei in die Warteschleife geraten, weil zuerst Innenstadtprojekte zu Ende finanziert werden mussten.

Doch voriges Jahr erreichte der Geldsegen den knapp 18.000 Einwohner zählenden Stadtteil im Südraum. Die Erneuerung der Marktstraße machte den Auftakt einer Sanierung, in die insgesamt sieben Millionen Euro, davon vier Millionen vom Land, fließen. Dazu gehören auch 1,5 Millionen für eine neue Turnhalle neben der Marktschule, die die Stadt alleine stemmt. Sie soll im Sommer fertig sein. Und als letzter Schritt soll dann die alte Halle denkmalgerecht zu einem Bürgerzentrum umgebaut werden.

Doch erst einmal ist der Markt dran. „Der Platz erhält völlig neue Konturen“, verspricht Hermanns. Dazu gehören eine Sitzeinfassung an der Westseite, eine neue Treppenanlage zur Kirche hin, ein neuer Spielplatz und eine aus 39 Bäumen in drei Reihen neugepflanzte Eschenallee. Zur Trierer Straße hin sollen künftig Magnolien blühen und Platz für Außengastronomie entstehen.

Im kleinen Park auf der anderen Seite, wo sich ein „Aktivitätenband“ mit Spiel- und Fitnessgeräten erstrecken wird, soll Weißdorn vorherrschen. Das Pflaster wird auf rund 5000 Quadratmetern erneuert, die verkehrliche Anbindung an die Trierer Straße verändert, weswegen es in den Sommerferien, so die städtische Straßenbauchefin Regina Poth, zu Sperrungen der Marktstraße kommen wird.

Wegfallen werden während der Bauarbeiten und danach auf jeden Fall Parkplätze, was manchem in Brand Sorgen bereitet. Bezirksamtsleiter Sanders verweist auf den neuen Parkplatz neben der Schule und darauf, dass laut einem Gutachten nur an den Markttagen mit Engpässen zu rechnen sei.

Während der Bauarbeiten, die bis zum Jahresende abgeschlossen sein sollen, zieht der Wochenmarkt allerdings just auf diesen Parkplatz um, weshalb an diesen Tagen in den umliegenden Straßen nur mit Parkscheibe geparkt werden darf. Es gebe noch Anträge in der Bezirksvertretung bezüglich neuer Parkflächen, sagt Sanders. „Aber wenn keine Flächen da sind, kann ich auch keine überplanen.“ Gut möglich, dass das Thema Parken die Brander noch beschäftigen wird.

Tabu ist in dieser Hinsicht jedenfalls künftig der neue Brander Markt, auf dem nur noch der Brander Stier an alte Zeiten erinnern wird — bloß nicht mehr von parkendem Blech umzingelt.