Aachen: Bombenattrappe: Für den Täter wird es ein teurer „Spaß“

Aachen: Bombenattrappe: Für den Täter wird es ein teurer „Spaß“

Die Kripo hat die Spur schon aufgenommen. Und wenn sie den Täter erwischt, wird das für ihn ein teurer „Spaß“. Denn eine ganze Armada von Polizisten und Rettungskräften war Freitagmorgen an der Passstraße im Einsatz. Der Grund: eine vermeintliche Bombe in einem Rucksack.

Kurz vor 11 Uhr hatte ein Hausmeister bei der Polizei Alarm geschlagen. Er hatte in der Tiefgarage eines Wohnkomplexes einen merkwürdigen Rucksack entdeckt. Der Militärrucksack in Tarnfarbe war mit Drähten und Röhrchen „verziert“. Auch die herbeigeeilten Polizisten meinten: Das könnte eine Bombe sein. Flugs wurde Verstärkung angefordert. Teile der Einsatzhundertschaft riegelten die Umgebung des Gebäudes ab und sperrten die Passstraße zwischen Krefelder Straße und Grüner Weg. Gleichzeitig wurden die Bewohner der Häuser evakuiert. Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts in Düsseldorf machten sich auf den Weg nach Aachen.

Großes „Besteck“: Sprengstoffexperten des Landeskriminalamts rollten von Düsseldorf nach Aachen, um den Rucksack unter die Lupe zu nehmen.

Roboter im Einsatz

Evakuiert: Viele Anwohner konnten nicht mehr in ihre Häuser.

Zunächst schickten sie einen Roboter in die Tiefgarage, der den Rucksack inspizieren sollte. Doch das brachte keine Klarheit. Also machte sich ein LKA-Mann in schwerem Schutzanzug auf den Weg in die Tiefgarage und versuchte, den Rucksack mit Röntgenstrahlen zu durchleuchten. Auch das funktionierte noch nicht ganz. Also musste das verdächtige Teil per Hand geöffnet werden, um den Inhalt unter die Lupe nehmen zu können.

Drei Stunden nachdem der Einsatz begonnen hatte, stand das Ergebnis dann fest: Der Rucksack stellte eine Bombenattrappe dar — und zwar eine ziemlich gut gemachte, wie Polizeisprecher Paul Kemen ohne einen Anflug von Bewunderung sagte.

Während die Einsatzkräfte noch vor Ort waren, machte sich die Kripo schon auf die Suche nach dem Täter. Denn eines war klar: „Den Rucksack hat jemand ganz bewusst und mit Vorsatz so platziert, dass es zu diesem Großeinsatz kommen musste“, so Kemen. Wenn er geschnappt werde, müsse der Täter für die nicht gerade geringen Kosten des Einsatzes geradestehen.

Mehr noch: Ein Anwohner konnte wegen der Evakuierung seine Hamburg-Urlaubsreise nicht antreten. Zwei Schülerinnen war der Heimweg aus der Schule versperrt. Mit einem Streifenwagen wurden sie nach Hause gefahren. Zumindest für sie war das Ganze dann doch ein ziemlich spannendes und seltenes Abenteuer.

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