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Erneuter Umzug: Blut spenden statt Büffeln

Erneuter Umzug : Blut spenden statt Büffeln

Blutspende Aachen atmet vorsichtig auf

Der Blutspendedienst des Aachener Universitätsklinikums ist wegen der Corona-Pandemie umgezogen. Schon zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen. Mit der neuen Bleibe im SuperC sind aber alle zufrieden – Mitarbeiter und Spender gleichermaßen.

Wie lange sie schon zur Blutspende geht, daran kann sich die Dame, die es sich gerade auf einer der Liegen im SuperC bequem gemacht hat, gar nicht so genau erinnern. „Es sind jedenfalls schon viele, viele Jahre“, sagt sie lachend. Sie sei selbst vor ihrer Rente Mitarbeiterin des Klinikums gewesen, „und da kriegt man ja ganz nah mit, wie wichtig Blutspenden ist.“ Da könne sie auch der Umzug des Blutspendedienstes vom Klinikum an den Templergraben nicht von der Spende abhalten, und dieses Virus schon mal gar nicht.

Genau auf solche Spenderinnen und Spender sind Gabriele Hutschenreuter, Leiterin der Transfusionsmedizin am UKA, und ihr Team angewiesen. Oder besser gesagt die Patienten des Uniklinikums und der anderen Krankenhäuser in der Region. Denn pro Tag werden rund 150 Blutspenden benötigt, um den Bedarf zu decken. Tendenz steigend.

Durch die Corona-Pandemie war der Spenderzulauf vor zwei Wochen enorm zurückgegangen, zeitweise bis zu 50 Prozent. Doch ein dringender Appell an alle, die in der Blutspenderdatenbank verzeichnet sind, kombiniert mit einer großen Werbeaktion, zeigte Wirkung. „Zum Glück sind unsere Spender treu, und zum Glück sind sie bereit, auch an den neuen Standort zur Spende zu kommen“, sagt Hutschenreuter. Der Umzug war deswegen notwendig, weil sowohl das Klinikum als auch die Außenstellen des Blutspendedienstes in anderen Krankenhäusern nicht mehr offen zugänglich sind. Daher gibt es jetzt auch für die Spender aus Burtscheid, aus Stolberg und aus Düren nur den einen zentralen Standort in Aachen.

Seit wenigen Tagen ist der Blutspendedienst des Uniklinikums ins SuperC am Templergraben umgezogen. Hier gibt es für die Spender und das medizinische Personal mehr Platz – unabdingbar in Zeiten der Corona-Krise. Foto: Harald Krömer

Den ersten zentralen Übergangs-Standort, die Couvenhalle, hatte man aus Platzgründen bereits nach einer Woche wieder räumen müssen. „Der Wartebereich an der Couvenhalle war im Freien, das war auf Dauer einfach zu kalt“, erklärt Gabriele Hutschenreuter. Im Super C habe man aber jetzt genug Platz, um alle unterzubringen.

Apropos neuer Standort: Dass der Blutspendedienst nun im Sparkassenforum des SuperC beheimatet ist, zumindest übergangsweise, wäre ohne die Hilfe der RWTH nicht denkbar gewesen, betont Hutschenreuter. „Wir sind dem RWTH-Rektor Ulrich Rüdiger für seine unkomplizierte Unterstützung sehr, sehr dankbar.“ Und nicht nur dem Rektor, sondern auch den Studierenden. „Wir haben großartige Hilfe vom Asta“, sagt die Ärztin. So werde das Team des Blutspendedienstes, zehn Krankenpflegerinnen und -pfleger sowie drei Ärztinnen und Ärzte, jeden Tag von rund 15 jungen Frauen und Männern unterstüzt. „Die Studierenden sorgen dafür, dass sich alle Spender in der neuen Umgebung zurecht finden, und dass jeder genug Abstand zueinander hält“, erläutert Hutschenreuter.

Dass man penibel auf Hygiene und Gesundheit achtet, ist beim Blutspendedienst des UKA schon unter normalen Umständen selbstverständlich. In Zeiten von Corona jedoch umso mehr. Überall stehen Flaschen mit Handdesinfektionsmittel. Jeder, der den Raum betritt, muss einen Mundschutz tragen. Wer auch nur die geringsten Erkältungssymptome zeigt, wird gar nicht erst hereingelassen. „Unsere Spender wissen, dass man nicht zur Blutspende kommt, wenn man sich krank fühlt“, sagt Gabriele Hutschenreuter.

Dennoch gibt es wegen des Coronavirus noch einige zusätzliche Dinge zu beachten: Falls sich ein Spender nach seiner Spende infizieren sollte oder auch nur der Verdacht einer Infektion besteht, soll der- oder diejenige sich beim Blutspendedienst melden, damit die Spende vernichtet wird.

Zudem gibt es für Spender, die sich mit dem Coronavirus infiziert haben oder als Erstkontakt in Quarantäne sind, gesonderte Sperrzeiten. Es muss sich also niemand Sorgen machen, versichert Gabriele Hutschenreuter. „Wenn Sie zur Blutspende kommen, dann ist die Gefahr einer Infektion geringer als beim Einkaufen im Supermarkt.“

Mehr Gedanken als um die Sicherheit beim Blutspenden macht sich Gabriele Hutschenreuter um die hohe Arbeitsbelastung des medizinischen Personals. Wenn die Corona-Fallzahlen steigen, dann werden mehr Menschen am UKA intensivmedizinisch betreut werden müssen. „Darum kann wirklich jeder mithelfen“, sagt Gabriele Hutschenreuter. Erstens, indem man sich an die Kontaktsperre und die weiteren Maßnahmen hält, um die Infektionskurve abzuflachen. Und zweitens, indem man zur Blutspende kommt. Vorausgesetzt, man ist dafür geeignet, versteht sich.